Letztes Update am Di, 10.09.2019 19:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Wegen „Differenzen“: Trump entlässt Sicherheitsberater Bolton

US-Präsident Donald Trump entlässt seinen nächsten Nationalen Sicherheitsberater. John Bolton war seit April 2018 im Amt.

Der ehemals Nationale Sicherheitsberater der USA John Bolton und US-Präsident Donald Trump.

© AFPDer ehemals Nationale Sicherheitsberater der USA John Bolton und US-Präsident Donald Trump.



Washington — Der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, ist am Dienstag zurückgetreten. Er kam damit einer Aufforderung Trumps nach. Nach Angaben des US-Präsidenten gab es zwischen ihnen zahlreiche politische Meinungsverschiedenheiten. Bolton war seit April 2018 Nationaler Sicherheitsberater Trumps. Er folgte auf General H.R. McMaster.

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"Ich habe John Bolton letzte Nacht darüber informiert, dass seine Dienste nicht länger im Weißen Haus benötigt werden. Ich bin mit vielen seinen Ratschlägen überhaupt nicht einverstanden, ebenso wie andere in der Regierung", schrieb Trump auf Twitter. Kommissarischer Nachfolger wird Charles Kupperman. Seit Anfang des Jahres war Kupperman Boltons Stellvertreter im Weißen Haus. Ein permanenter Nachfolger für den als Hardliner geltenden Bolton soll nächste Woche bekanntgegeben werden.

John Bolton selbst hat offenbar aus den Medien von seinem Rausschmiss erfahren. Er schrieb auf Twitter, er hab gestern Abend seinen Rücktritt angeboten und Trump habe gesagt: "Lass uns morgen darüber sprechen".

Kurz vor dem Trump-Tweet zu Mittag hatte das Weiße Haus noch mitgeteilt, Bolton werde in seiner Funktion als Nationaler Sicherheitsberater gemeinsam mit Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin vor die Presse treten. Bolton gilt als Befürworter eines Regimewechsels im Iran und war auch für seine harten Positionen gegenüber Nordkorea bekannt.

US-Medien hatten berichtet, Differenzen zwischen Trump und Bolton habe es auch beim Thema Afghanistan gegeben. Bolton sei gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen, dem Landsitz des US-Präsidenten. Trump hatte das Treffen am Samstagabend abgesagt. Als Grund hatte er einen Taliban-Anschlag am vergangenen Donnerstag in Kabul angeführt, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Die USA verhandeln seit Monaten mit den Taliban über ein Abkommen, das den Weg zu einem Abzug der US-Truppen und zu Frieden in dem Land bereiten soll.

In den vergangenen Monaten war Trump mehrfach mit Nachfragen konfrontiert gewesen, ob er mit Boltons Arbeit zufrieden sei. Er hatte Bolton bis dato stets verteidigt und etwa gesagt, er wisse um dessen Rolle als Hardliner, habe aber auch andere Berater, die einen weniger harten Kurs verfolgten. Seit dem Amtsantritt Trumps hat es im Apparat der US-Regierung ungewöhnlich viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben.


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