Letztes Update am Mi, 11.09.2019 22:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

US-Regierung plant Verbot von aromatisierten E-Zigaretten

Gerade süße Aromen stehen im Verdacht, Jugendliche zum Dampfen zu verführen, wie sich First Lady Melania Trump bereits vor einigen Tagen besorgt äußerte. Bisher sind sechs auf E-Zigaretten zurückzuführende Todesfälle in den USA bekannt.

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Washington – Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will aromatisierte E-Zigaretten verbieten. Trump kündigte am Mittwoch im Weißen Haus in Washington „sehr strenge“ Vorschriften an. Gesundheitsminister Alex Azar sagte, eine Richtlinie werde derzeit erarbeitet, die die aromatisierten Produkte vom Markt verbannen soll.

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Trump bezeichnete das Rauchen von E-Zigaretten als „großes Problem“, das wahrlich „nicht wunderbar“ sei. Für Unternehmen sei es innerhalb kürzester Zeit ein „riesiges Geschäft“ geworden. Zuletzt waren mehrere Todesfälle in den USA bekannt geworden, die auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgehen.

Gerade süße Aromen stehen im Verdacht, Jugendliche zum Dampfen zu verführen. First Lady Melania Trump hatte bereits vor einigen Tagen ihre Sorge über den Konsum von E-Zigaretten von Kindern geäußert und auf Twitter von einer „wachsenden Epidemie“ gesprochen.

Rund 450 Erkrankungen in 33 Bundesstaaten

Bisher sind sechs auf E-Zigaretten zurückzuführende Todesfälle in den USA bekannt. Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge wurden zudem rund 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet. In Europa ist bisher kein ähnlicher Anstieg der mysteriösen Fälle bekannt.

Die Betroffenen leiden unter Symptomen wie Atemproblemen und Brustschmerz, viele mussten künstlich beatmet werden. Mehrere Jugendliche liegen im künstlichen Koma, einer von ihnen braucht nach Angaben seiner Ärzte voraussichtlich eine Lungentransplantation.

Trump erklärte bei einem gemeinsamen Auftritt mit Azar im Oval Office, seine Frau Melania und er seien als Eltern beunruhigt über die Erkrankungswelle im Zusammenhang mit E-Zigaretten. „Menschen sterben durch das Rauchen von E-Zigaretten.“

Allerdings werden die Ursachen der Welle von Lungenerkrankungen derzeit noch untersucht. Azar erläuterte, das geplante Verbot solle für sämtliche E-Zigaretten gelten mit Ausnahme von solchen mit Tabakgeschmack. Später ergänzte Azar im Kurzmitteilungsdienst Twitter, das Verbot könne auch auf E-Zigaretten mit Tabakgeschmack ausgedehnt werden, falls sich herausstellen sollte, dass Jugendliche nach dem Verbot aromatisierter Produkte auf diese auswichen.

Die Nahrungsmittelaufsichtsbehörde FDA erläuterte, dass die E-Zigaretten mit Aromastoffen deshalb verboten sollten, weil sie von den Herstellern gezielt für junge Leute bestimmt seien. Laut vorläufigen Zahlen hat demnach mehr als ein Viertel der Oberschüler im Land in den vergangenen 30 Tagen E-Zigaretten konsumiert. Die große Mehrheit von ihnen bevorzugt E-Zigaretten mit Frucht-, Menthol- oder Pfefferminzgeschmack. (APA/AFP/dpa)


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