Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.09.2019


USA

Regierungsführung à la Trump: Wer widerspricht, wird gefeuert

Die Trump-Regierung soll die Wetterbehörde angewiesen haben, ihre Angaben zu ändern.

Trump und die „korrigierte“ Prognose für Hurrikan „Dorian“.

© AFPTrump und die „korrigierte“ Prognose für Hurrikan „Dorian“.



Von Floo Weißmann

Washington – Am Anfang war „Sharpiegate“, benannt nach dem amerikanischen Begriff für einen dicken Stift, vor allem eine Lachnummer. US-Präsident Donald Trump hatte fälschlicherweise behauptet, der Hurrikan „Dorian“ bedrohe den Bundesstaat Alabama. Statt den Fehler zuzugeben, posierte er im Oval Office mit einer offiziellen Prognosekarte für den Wirbelsturm, auf der Alabama mit einem schwarzen Stift ergänzt war.

Das Foto und Trumps Insistieren sorgten zunächst für Belustigung und Häme. Doch dann wurde es ernst. Handelsminister Wilbur Ross, dem die Nationale Wetterbehörde NOAA unterstellt ist, rief dort an. Wie die New York Times und die Washington Post unter Berufung auf Insider berichteten, drohte Ross, die NOAA-Führung zu feuern, wenn sie dem Präsidenten nicht Recht gibt. Den Berichten zufolge soll Trump über seinen Stabs­chef Mick Mulvaney diese Intervention persönlich beauftragt haben.

Prompt gab die NOAA-Führung eine Erklärung heraus, die ihre eigenen Meteorologen in Alabama als Stümper dastehen ließ. Seitdem hat sich „Sharpiegate“ zu einem Skandälchen ausgewachsen.

Es geht einerseits um die Freiheit der Wissenschaft. Laut der Union of Concerned Scientists hat die Trump-Regierung bereits in 120 Fällen Druck auf Forscher gemacht, ihre Erkenntnisse abzuändern oder zurückzuhalten. Zumeist handelte es sich dabei um Umwelt- oder Klimafragen.

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Und es geht andererseits um die korrekte Information der Bevölkerung – gerade im Krisenfall. Eine offizielle Wettervorhersage zu fälschen, wäre in den USA sogar strafbar.