Letztes Update am Fr, 27.09.2019 10:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tourismus

Saudi-Arabien will erstmals Touristen-Visa ausstellen

Ein „historischer Moment“ für das erz-konservative Königreich, denn bislang waren nur Besuche für berufliche Zwecke sowie Sport- und Kulturveranstaltungen erlaubt.

Symbolbild.

© APA/AFP/Brendan SmialowskiSymbolbild.



Riad – Saudi-Arabien will erstmals Touristen-Visa ausstellen. Das sei ein „historischer Moment für unser Land“, erklärte Tourismus-Chef Ahmed al-Khatib am Freitag. Bisher stellte das erzkonservative Königreich Visa nur für Pilger, für berufliche Zwecke und seit Kurzem für Besucher von Sport- und Kulturveranstaltungen aus.

Das weitgehend von Ölexporten abhängige Land will sich jetzt aber für Urlauber öffnen und damit neue Einkommensquellen erschließen. Die Entwicklung des Tourismus ist Teil der „Vision 2030“, mit der Kronprinz Mohammed bin Salman einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformkurs eingeleitet hat.

Bis 2030 soll der Beitrag des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt von derzeit drei auf zehn Prozent steigen. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland soll sich bis dahin auf jährlich 100 Millionen mehr als verdoppeln.

Bekleidungsvorschriften gelockert, Alkohol bleibt verboten

Sorgen, die Konflikte mit dem Iran und Rebellen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Jemen könnten Urlauber abschrecken, trat Khatib entgegen. Das Land sei „sehr, sehr sicher“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Auch wandte er sich gegen Bedenken wegen der streng-religiösen Verhaltensregeln, die der Staat zuletzt etwas gelockert hatte. So könnten anders als in der Vergangenheit auch unbegleitete Frauen ohne Einschränkungen ein Visum erhalten. Auch die Bekleidungsvorschriften für Urlauberinnen würden gelockert, angemessene Kleidung sei aber weiter geboten, auch an den öffentlichen Stränden. Er deutete auch an, dass Alkohol weiterhin verboten bleibe. Um die Pläne voranzutreiben und die fehlende Infrastruktur aufzubauen, rechnet Khatib mit Investitionen von umgerechnet rund 61 Milliarden Euro. (APA/AFP/Reuters)

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