Letztes Update am Mi, 02.10.2019 07:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südamerika

Vom Parlament in Peru ernannte Interimspräsidentin trat zurück

Die Abgeordneten in dem von der Opposition kontrollierten Parlament hatte mit einer zeitweiligen Suspendierung von Präsident Martin Vizcarra und der Ernennung von Mercedes Aráoz reagiert, als dieser am Montag den Kongress auflöste. Diese trat aber nach nur einem Tag zurück.

Präsident Martin Vizcarra und Vize-Präsidentin Mercedes Araoz, die kurzfristig zur Interimspräsidentin ernannt wurde.

© AFPPräsident Martin Vizcarra und Vize-Präsidentin Mercedes Araoz, die kurzfristig zur Interimspräsidentin ernannt wurde.



Lima – Perus Staatschef Martín Vizcarra hat im Machtkampf mit dem Parlament seine Position gestärkt. Die vom Parlament in Lima ernannte Interimspräsidentin Mercedes Aráoz hat nach nur einem Tag ihren Rücktritt erklärt. Sie wolle damit den Weg zu allgemeinen Wahlen freimachen, schrieb Aráoz am Dienstagabend (Ortszeit) auf ihrem Twitter-Account.

Die Abgeordneten in dem von der Opposition kontrollierten Parlament hatte mit einer zeitweiligen Suspendierung von Vizcarra und der Ernennung von Aráoz reagiert, als dieser am Montag den Kongress auflöste. Der Präsident hatte dem von der Opposition kontrollierten Parlament die Vertrauensfrage gestellt. Als die Abgeordneten daraufhin gegen seinen Willen über neue Verfassungsrichter abstimmten, wertete Vizcarra die Vertrauensfrage als gescheitert. Er löste dann das Parlament auf und setzte Neuwahlen für den 26. Jänner 2020 an.

In der Folge sagten die Gouverneure und die Streitkräfte dem Staatschef ihre Unterstützung zu. Der parteilose Vizcarra hatte dem Kongress vorgeworfen, seine Bemühungen im Kampf gegen die Korruption auszubremsen.

Am Mittwoch wird im brasilianischen Curitiba ein ehemaliger Manager des Baukonzerns Odebrecht aussagen. Er soll nach Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft die Namen von 71 mutmaßlichen peruanischen Empfängern von Bestechungsgeldern preisgeben. Unter ihnen sollen sich mehrere Parlamentarier befinden. (APA/dpa)