Letztes Update am So, 13.10.2019 21:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tunesien

Stichwahl um Präsidentenamt in Tunesien: 72,53 Prozent für Kais Saied

Der parteilose konservative Juraprofessor Kais Saied dürfte sich gegen den Medienunternehmer Nabil Karoui durchgesetzt haben. Rund 7,2 Millionen registrierte Wähler in Tunesien waren heute dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Die zwei politischen Außenseiter Kais Saied, konservativer Jusprofessor und Verfassungsrechtler, und der Medienmogul Nabil Karoui traten gegeneinander an.

© AFPDie zwei politischen Außenseiter Kais Saied, konservativer Jusprofessor und Verfassungsrechtler, und der Medienmogul Nabil Karoui traten gegeneinander an.



Tunis – Der parteilose konservative Juraprofessor Kais Saied dürfte einer ersten Prognose zufolge als Sieger aus der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tunesien hervorgegangen sein. Er haben 72,5 Prozent der Stimmen erhalten, berichtete der Radiosender Mosaique FM unter Berufung auf Nachwahlbefragungen des Umfrageinstituts Emrod. Damit hätte sich Saied gegen Medienunternehmer Nabil Karoui durchgesetzt.

Vier Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Tunesien sind die beiden führenden Kandidaten erneut in einer Stichwahl gegeneinander angetreten. Sonntagmittag lag die Wahlbeteiligung in dem nordafrikanischen Land nach Angaben der Oberen Unabhängigen Wahlbehörde Isie bei 17,8 Prozent.

Rund 7,2 Millionen registrierte Wähler waren dazu aufgerufen, an einer der rund 4500 landesweiten Wahllokale ihre Stimme abzugeben.

Demokratische Reformen nach Arabischem Frühling

Tunesien hatte nach dem sogenannten Arabischen Frühling 2011 tiefgreifende demokratische Reformen eingeleitet. Das Land kämpft aber mit großen wirtschaftlichen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist groß. Bei der ersten Runde der Wahl gaben nur 45 Prozent der registrierten Wähler ihre Stimme ab. Der Wert lag weit unter dem der vorangegangenen Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren. Damals gaben knapp 63 Prozent der registrierten Wähler ihre Stimmen ab.

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Vergangenen Sonntag hatten die Tunesier auch ein neues Parlament gewählt, dabei gingen die moderaten Islamisten der Ennahda-Partei erneut als stärkste Kraft hervor. Ennahda kam nach vorläufigen Ergebnissen auf 23,9 Prozent der abgegebenen Stimmen und ist damit auf ein Bündnis mit anderen Parteien angewiesen, um Tunesien regieren zu können. Auf dem zweiten Platz landete Karouis neugegründete Partei „Qalb Tounes“ (Herz Tunesiens) mit 17,5 Prozent. Dem Land steht eine schwierige Regierungsbildung hervor. (APA/dpa)