Letztes Update am So, 27.10.2019 17:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wahlen

Uruguay wählte Präsidenten: Stichwahl wahrscheinlich

Umfragen zufolge dürfte sich kein Bewerber in der ersten Runde durchsetzen.

2,7 Millionen Bürger waren stimmberechtigt, es galt Wahlpflicht.

© AFP2,7 Millionen Bürger waren stimmberechtigt, es galt Wahlpflicht.



Montevideo – Nach drei linken Regierungen hat Uruguay am Sonntag den Nachfolger des Sozialisten Tabare Vazquez gewählt. Als Favoriten gingen Daniel Martinez (62) vom Regierungsbündnis Frente Amplio und Luis Lacalle Pou (46) von der konservativen Partido Nacional ins Rennen. „Die Uruguayer haben großes Vertrauen in das demokratische System“, sagte Vazquez am Sonntag vor der Stimmabgabe in Montevideo.

Den Umfragen zufolge dürfte sich kein Bewerber in der ersten Runde der Präsidenten- und Parlamentswahl durchsetzen. Martinez könnte demnach zwischen 40 und 44 Prozent der Stimmen erhalten, Lacalle Pou zwischen 24 und 29 Prozent. Die eventuelle Stichwahl ist für den 24. November angesetzt.

Kriselnde Wirtschaft im Fokus

Die kriselnde Wirtschaft steht im Fokus der Wahlkampagne. Bei fallenden Preisen der uruguayischen Exportgüter ist das Staatsdefizit auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts gestiegen; die Arbeitslosigkeit erreicht neun Prozent. Zur Wahl stehen auch die 30 Senatoren und die 99 Abgeordneten des Parlaments. 2,7 Millionen Bürger waren stimmberechtigt, es galt Wahlpflicht. Die neue Regierung soll am 1. März 2020 ihre bis 2025 dauernde Amtszeit antreten.

Neu gewählt werden auch die 99 Parlamentsabgeordneten und die 30 Senatoren in Montevideo. Darüber hinaus steht ein Vorschlag für eine Verfassungsänderung zur Abstimmung, der den Einsatz von Militäreinheiten im Kampf gegen die steigende Gewaltkriminalität ermöglichen soll. Die Wahllokale sind bis 19.30 Uhr (Ortszeit, 23.30 MEZ) geöffnet. (APA/dpa/AFP)