Letztes Update am So, 01.05.2011 17:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpolitik

Libyen - Großbritannien weist Botschafter aus

Das italienische Außenministerium verurteilte „Akte des Vandalismus“, die am Sonntagmorgen gegen die italienische Botschaft und andere Vertretungen verübt worden seien.



London – Wegen der Zerstörung der britischen Residenz in Libyen hat der britische Außenminister William Hague die Ausweisung des libyschen Botschafters beschlossen. Hague bestätigte am Sonntag Berichte über Angriffe auf das Gelände der britischen Vertretung in der libyschen Hauptstadt Tripolis und erklärte, der libysche Botschafter müsse binnen 24 Stunden das Vereinigte Königreich verlassen. Es war zuvor berichtet worden, mehrere ausländische Vertretungen in Tripolis seien durch Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi angegriffen worden.

Das italienische Außenministerium verurteilte „Akte des Vandalismus“, die am Sonntagmorgen gegen die italienische Botschaft und andere Vertretungen verübt worden seien. Italienischen Medienberichten zufolge wurden die Botschaft und die Residenz geplündert. Das Ministerium kritisierte die libysche Regierung dafür, die Sicherheit der Botschaften nicht garantiert zu haben. Dies stelle eine „Vernachlässigung der elementarsten internationalen Verpflichtungen“ dar. Hague äußerte sich ähnlich.

Bei einem NATO-Luftangriff auf Gaddafis Residenz Bab al-Aziziyah waren am Samstagabend nach libyschen Angaben dessen jüngster Sohn und drei seiner Enkelkinder getötet worden. Die libysche Regierung sprach von einem gezielten Anschlag auf Gaddafi. Die britische und italienische Botschaft in Tripolis sind seit Beginn des Konflikts Mitte März geschlossen und das Personal aus der Stadt abgezogen. Vertreter des britischen Außenministeriums halten sich in der Rebellenhochburg Benghazi auf. (APA)




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