Letztes Update am Mo, 14.05.2012 07:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Wahl 2012

Arbeit, Familie & Glaube: Mormone Romney zieht die religiöse Karte

Der Republikaner Mitt Romney macht den evangelikalen Christen den Hof - und versucht im US-Wahlkampf, mit strikt konservativen Parolen zu punkten.



Washington - Der wahrscheinliche republikanische Herausforderer von US-Präsident Barack Obama, Mitt Romney, wirbt um Stimmen bei den evangelikalen Christen. Wenige Tage nach dem offenen Bekenntnis Obamas zur Homo-Ehe, bekräftigte Romney in der christlich-konservativen Liberty-Universität in Lynchburg im Bundesstaat Virginia erneut seine Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen. Seine Botschaft: Harte Arbeit, Familie und Glaube seien die Grundpfeiler der amerikanischen Gesellschaft. Seinen persönlichen Glauben erwähnte der Mormone Romney mit keinem Wort.

Kommentatoren werteten den Auftritt als Versuch, streng christlich-evangelikale Wähler zu gewinnen und nach wie vor bestehende Vorurteile gegen Mormonen abzubauen. „Die Ehe ist eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau“, rief er unter Beifall der Studenten. Geschickt versuchte Romney damit, zugleich evangeliken Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen, die sich noch heute daran stoßen, dass Mormonen früher auch in Vielehe lebten.

Über weite Strecken sprach der in einem dunklen Talar gekleidete Romney von den Werten, die Amerika groß gemacht hätten. „Die besten kulturellen Aktivposten sind so grundsätzliche Werte wie persönliche Verantwortung, die Würde harter Arbeit und vor allem das Bekenntnis zur Familie.“ Er meinte, er habe es noch niemals im Leben bereut, wenn er einen beruflichen Termin wegen seiner Frau und seiner fünf Söhne versäumt habe.

Lange Zeit war umstritten, ob ein Mormone in den USA eine echte Chance habe, Präsident zu werden. Radikale Evangelikale meinen sogar, beim Mormonenglaube handele es sich lediglich um eine Sekte, die nicht wirklich christlich orientiert sei.

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Doch offenbar denkt die Mehrheit heute anders: Nach einer neuen Umfrage der «New York Times» und des TV-Senders CBS würden 59 Prozent der Evangelikalen Romney wählen. Unter den weißen Evangelikalen seien es sogar 72 Prozent. (dpa/AFP)




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