Letztes Update am Do, 22.08.2013 20:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spanien

Kataloniens Separatisten unterstützen Gibraltar

Separatisten verurteilen die „Hetze“ Spaniens und sprechen sich für ein Selbstbestimmungsrecht der britischen Kronkolonie aus.

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Gibraltar – Während sich der Streit zwischen Spanien und Großbritannien um die britische Kronkolonie Gibraltar an der Südspitze Spaniens mit scharfen Grenzkontrollen und diplomatischen Reibereien weiter zuspitzt, erhält Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo ausgerechnet aus Madrid ein politisches Solidaritätsschreiben. Alfred Bosch, Sprecher der katalanischen Nationalisten (ERC) im spanischen Parlament, sprach Picardo die Solidarität „seiner Partei und vieler Katalanen“ gegenüber der „Hetze“ und dem „Missbrauch“ aus, denen das Volk von Gibraltar durch Spanien ausgesetzt sei.

Bosch verurteilte die Methoden der spanischen Regierung, durch harte Grenzkontrollen Druck auf die Kolonie auszuüben und sprach ihr das Selbstbestimmungsrecht zu, sollte London die Kolonie irgendwann aufgeben. Natürlich ließ es sich der ERC-Sprecher, dessen Partei sich vehement für die Loslösung Kataloniens von Spanien einsetzt, nicht nehmen, auf das „paradoxe“ Verhalten der spanischen Regierung hinzuweisen, die Katalonien nicht das Recht auf ein Unabhängigkeitsreferendum gebe, „da Katalonien keine Kolonie“ sei und auf der anderen Seite auch eine solche Volksabstimmung in der britischen Kolonie nicht akzeptiere.

In zwei Volksbefragungen hätten die Bewohner Gibraltars bereits dafür gestimmt, Engländer und keine Spanier sein zu wollen und Madrid habe dies zu respektieren, erklärte Alfred Bosch laut spanischen Medienberichten vom Mittwoch in seinem offenen Brief an den Regierungschef von Gibraltar. Dieser forderte bereits am Dienstag eine „Prüfung des spanischen Vorgehens durch die Europäische Kommission“.

Spanien hat scharfe Grenzkontrollen zu Gibraltar eingeführt, die derzeit zu stundenlangen Warteschlangen an der Grenze führen, nachdem Gibraltar vergangene Woche 70 Betonklötze ins Meer geworfen hatte, um spanische Fischer von den zu Gibraltar gehörenden Gewässern fernzuhalten. Die spanische Regierung erkennt jedoch weder die Gewässerhoheit noch die britische Herrschaft über den Felsen an, den sich Großbritannien im Jahr 1713 angeeignet hat. (APA)

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