Letztes Update am Di, 21.01.2014 06:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ukraine

Klitschko: Opposition hat Bewegung „nicht mehr unter Kontrolle“

Der ukrainische Oppositionelle macht Präsident Janukowitsch für die eskalierende Gewalt verantwortlich. Dieser wolle die Situation weiter destabilisieren.

Spuren der Straßenschlachten in Kiew.

© ReutersSpuren der Straßenschlachten in Kiew.



Kiew/Moskau - In Kiew sind in der Nacht radikale pro-westliche Demonstranten erneut gewaltsam gegen die Sicherheitskräfte vorgegangen. Hunderte Gewaltbereite warfen Brandsätze und Steine auf die Polizisten. Die Milizionäre versuchten ihrerseits, die Stellungen der Oppositionellen nahe dem Dynamo-Stadion im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt zu räumen.

Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko rief die friedlichen Demonstranten auf, sich nicht provozieren lassen. Die Führung um den pro-russischen Präsidenten Viktor Janukowitsch wolle mit Schlägertrupps die Situation destabilisieren und Chaos errichten, sagte der Ex-Boxweltmeister.

Klitschko sieht die Protestbewegung im Land in der Krise und macht die Regierung für die eskalierende Gewalt verantwortlich. Die Opposition, die für einen friedlichen Protest stehe, habe „die Bewegung nicht mehr unter Kontrolle“, schrieb Klitschko in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung vom Dienstag. Schuld daran sei die Regierung.

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch höre nicht auf die Forderung der Demonstranten nach Neuwahlen, schrieb Klitschko. Er wolle stattdessen friedliche Proteste verbieten und sehe nun das Ergebnis, hieß es in dem Beitrag mit Bezug auf die schweren Zusammenstöße der vergangenen Tage, bei denen mehr als 200 Menschen verletzt wurden. Es würde ihn „nicht wundern“, schrieb Klitschko, „wenn es bald Tote zu beklagen gibt“.

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Klitschko war am Sonntag selbst mit einem Feuerlöscher angegriffen worden, als er versucht hatte, bei den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zu vermitteln. Er habe sich gefühlt „wie im Krieg“, schrieb Klitschko. Dass jetzt auch er angegriffen werde, zeige, „wie die Stimmung am Maidan geworden ist“.

Der Maidan genannte Unabhängigkeitsplatz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist das Zentrum der Protestbewegung. Die Proteste der proeuropäischen Opposition dauern bereits seit Ende November an. Die Demonstranten kritisierten die Entscheidung Janukowitschs, ein über Jahre ausgehandeltes Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. (APA/dpa/AFP)


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