Letztes Update am Do, 27.02.2014 06:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach US-Rückzug

Russland sichert sich mit riesigem Waffendeal Einfluss in Ägypten

Die Lieferung von Kampfjets, Helikoptern und Raketenabwehrsystemen wurde in einem Milliardendeal fixiert. Russland löst damit die USA als Hauptwaffenlieferant Ägyptens ab.



Moskau/Kairo - Russland will Ägypten nach einem Zeitungsbericht Jagdflugzeuge, Raketenabwehrsysteme und Hubschrauber im Wert von drei Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro) liefern. Das hätten die Außen- und Verteidigungsminister beider Staaten in Moskau vereinbart, berichtete die russische Zeitung Wedomosti am Freitag unter Berufung auf Militärkreise.

Demnach soll Ägypten auch Küstenschutzsysteme, leichte Schusswaffen und Munition erhalten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bei dem Treffen am Vortag angekündigte, beide Länder wollten ihre militärtechnische Zusammenarbeit ankurbeln.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte Ägypten vor allem von den USA Kriegsgerät erworben. Jedoch hatte Washington nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli 2013 seine Hilfe eingefroren.

USA kritisieren Putin-Bemerkung

Die US-Regierung hat gleichzeitig jüngste Bemerkungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über die künftige Staatsführung in Ägypten kritisiert. Dies sei nicht Sache Russlands, sagte die Sprecherin im Außenamt in Washington, Marie Harf. „Ganz ehrlich, es ist nicht die Angelegenheit der USA oder Putins, zu entscheiden, wer Ägypten regieren soll“, sagte sie am Donnerstag. Dies sei Sache des ägyptischen Volkes.

Putin hatte sich zur erwarteten Kandidatur von Militärchef Abdelfattah al-Sisi für das Präsidentenamt geäußert. Er sagte bei einem Treffen mit Al-Sisi bei Moskau: „Ich weiß, dass Sie sich entschieden haben, für das Amt des ägyptischen Präsidenten zu kandidieren. Es ist eine sehr bedeutende Aufgabe, die Verantwortung für das Schicksal des ägyptischen Volkes zu übernehmen“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Der Kremlchef habe dem Feldmarschall Erfolg gewünscht. Al-Sisi hat seine Kandidatur bisher noch nicht öffentlich bekannt gegeben. (APA/dpa)




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