Letztes Update am Mi, 23.04.2014 10:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


China

China sieht sich beim Umwelt- und Klimaschutz wieder im Plan

Optimistisch, dass der Fünfjahresplan erfüllt werden kann.

© ReutersSymbolfoto



Peking – Nach Jahren starken Wirtschaftswachstums und folgender Umweltbelastung sieht sich China im Kampf gegen Smog und Wasserverseuchung wieder auf Kurs. „Wir sind nun wieder optimistisch, dass wir unsere Ziele des Fünfjahresplans erreichen werden“, sagte der Direktor der staatlichen Planungskommission, Xu Lin, am Mittwoch in Peking.

Bis 2015 will China seine Energieeffizienz im Vergleich zu 2010 gemessen an der Wirtschaftsleistung um 16 Prozent steigern und den Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß um 17 Prozent senken. Wegen des Wirtschaftswachstums werden die Emissionen aber trotz der Effizienzgewinne insgesamt weiter steigen. 2013 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 7,7 Prozent, was aber weniger als in den meisten Jahren davor war. Schon jetzt ist China größter Produzent von Treibhausgasen.

Mehr als die Sorge um das Weltklima treibt der Smog sowie Wasserverschmutzung und Bodenverseuchung China zu mehr Umweltschutz. 2011 und 2012 hatte das Wachstum dafür gesorgt, dass China hinter die selbst gesetzten Ziele zurückfiel. 2010 wurden zum Jahresende von den Regionalbehörden sogar zahlreiche Industriebetriebe stillgelegt, um die Jahresziele beim Umweltschutz doch noch zu erreichen. Die Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden löst immer wieder Proteste unter den Menschen aus und führt in größeren Städten zu Beschränkungen des Autoverkehrs.

Ende 2013 hatte sich der Planungsbehörde zufolge nun die Energieeffizienz um neun Prozent erhöht und der Kohlendioxid-Ausstoß pro Einheit des Bruttoinlandsprodukt um knapp elf Prozent reduziert. Der Anteil von nicht-fossilen Energieträgern - also Atomkraft sowie erneuerbare Energien - erreichte knapp zehn Prozent des Verbrauchs. Bis 2015 sollen es laut Plan 11,4 Prozent sein.

China will auch in den Jahren nach 2015 seine Umwelt- und Klimaziele verschärfen. Bisher weigert sich die Volksrepublik jedoch, internationale Verpflichtungen einzugehen, wie sie vor allem die Europäer in einem Weltklimavertrag verlangen. Ziel der UN ist es, einen solches Abkommen Ende 2015 in Paris zu beschließen. (APA/Reuters)


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