Letztes Update am Mo, 16.06.2014 14:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Atomstreit

Neue Runde der Atomgespräche in Wien begonnen, Zarif optimistisch

Wien ist am heutigen Montag wieder Schauplatz der Iran-Atomgespräche. Die Verhandler wollen „ihr Bestes“ für eine Einigung geben.

Österreichs Bundespräsident Fischer begrüßt den iranischen Außenminister Mohamad Zarif in Wien.

© APA / BUNDESHEERÖsterreichs Bundespräsident Fischer begrüßt den iranischen Außenminister Mohamad Zarif in Wien.



Teheran/Wien – In Wien sind am Montagnachmittag die Iran-Atomgespräche fortgesetzt worden. Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif kam mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zu einem Arbeitsmittagessen zusammen, um den Fahrplan für die dieswöchigen Gespräche zu koordinieren.

Im Schatten des Irak-Krieges sollen auch US-Vertreter mit iranischen Politikern zu Krisengesprächen in Wien zusammenkommen, um mögliche Exit-Strategien zu sondieren. Zuvor hatte Zarif in der Sache auch mit seinem britischen Amtskollegen William Hague telefoniert. Die USA und der Iran unterhalten seit 35 Jahren keine offiziellen Beziehungen. Die Annäherung im Atomstreit und wegen der Brandherde in Syrien und dem Irak könnte ein Tauwetter einleiten.

Entwurf für endgültiges Abkommen

Zur Beilegung des Atomkonflikts will Teheran mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland (5+1-Gruppe) einen Entwurf für ein endgültiges Abkommen formulieren. Ashtons Sprecher, Michael Mann, der den Beginn der Gespräche twitterte, meinte, dass es erst im Laufe des Nachmittags eine Agenda für die Woche geben werde.

Im Schlepptau hat Zarif auch einige seiner Stellvertreter und Experten, die helfen sollen, den Konflikt um die umstrittene iranische Urananreicherung beizulegen.

Außenminister Zarif zeigt sich optimistisch

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif zeigte sich vor seinem Abflug aus Teheran optimistisch, dass die Einigung auf einen Entwurf für ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Atomkonflikts in den Gesprächen mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland (5+1-Gruppe) gelingen könnte.

„Wir geben unser Bestes, um ein endgültiges Abkommen mit der 5+1-Gruppe zu erzielen“, sagte der iranische Chefdiplomat und Chefatomunterhändler am Teheraner Mehrabad Flughafen am Montag in der Früh kurz vor seinem Abflug nach Österreich gegenüber iranischen Journalisten laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna.

Auch Sanktionsexperten offenbar dabei

Die neue Gesprächsrunde wird um 13 Uhr mit einem Mittagessen zwischen Zarif und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, die für den Westen verhandelt, eröffnet. Im Schlepptau hat Zarif auch einige seiner Stellvertreter und Experten, die helfen sollen, den Konflikt um die umstrittene iranische Urananreicherung beizulegen.

Wie die APA aus informierten Kreisen erfuhr, werden bei den dieswöchigen Wiener Gesprächen auch Sanktionsexperten teilnehmen. Der Iran hofft auf ein Ende der schmerzlichen westlichen Wirtschaftssanktionen. Der Westen will vorher aber Garantien dafür, dass das iranische Nuklearprogramm ausschließlich friedlicher Natur sei.

Das Iran-kritische Bündnis „Stop the Bomb“ bekräftigte unterdessen seine Kritik an den Atomgesprächen mit Teheran. Die Verhandlungen drohen „auf eine Legitimierung des iranischen Atomwaffenprogramms hinauszulaufen“, hieß es in einer Aussendung am Montag. Einziges Ergebnis der Verhandlungen sei bisher gewesen, „dass das iranische Regime sein Nuklearwaffen- und Raketenprogramm monatelang weiterbetreiben kann“, kritisierte „Stop the Bomb“-Repräsentant Stephan Grigat. (APA)


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