Letztes Update am Mo, 25.05.2015 11:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Das droht dem Tiroler Fußball im Falle eines Wacker-Abstiegs

Von finanziellen Einbußen, personellem Exodus bis hin zu zusätzlichen Absteigern im Fußball-Unterhaus: Ein Abstieg des FC Wacker hätte weitreichende Konsequenzen.

© GepaStürmer Alexander Gründler wäre im Falle eines Abstiegs für den FC Wacker Innsbruck wohl nicht zu halten.



Exodus I: Trainer Klaus Schmidt wird sich das Abenteuer Wacker in der Regionalliga gut überlegen, auch die Verträge aller Kaderspieler gelten ausschließlich für die Bundesliga – das schmerzt bei Aktien wie Simon Pirkl oder Alex Gründler! Gespräche mit Akteuren für die kommende Saison wären zudem obsolet.

Exodus II: Auch strukturell müsste der Verein umdenken – angesichts einer Zukunft im Amateurfußball scheinen nicht mehr alle Positionen im Bereich Sport und Büro gerechtfertigt.

Budget: Das beträgt augenblicklich 4,5 Millionen Euro, doch davon ist eine Liga tiefer nicht mehr auszugehen. So wurde augenblicklich etwa der Vertrag mit Hauptsponsor Tiroler Wasserkraft noch nicht verlängert (800.000 €/Jahr). Das Budget 2015/16 würde wohl höher sein als in der Westliga-Saison 2002/03 (1 Mio. €), aber angesichts ausbleibender TV-Gelder (550.000 Euro) sowie reduzierter Ticket- (heuer mit knapp 1 Mio. € kalkuliert) und Sponsoreinnahmen wohl trotzdem Einsparungsmaßnahmen erfordern.

Heimstätte: Das Tivoli diente schon nach der FC-Tirol-Pleite als Zuhause für den Zwangsabsteiger. Damals verhinderten die Wattener den Fall ins Bodenlose. Einfacher wird die Situation jedoch nicht: Wenn der FC Wacker in der Stadionstraße beheimatet bleiben will, worüber noch nicht gesprochen wurde, muss die Schließung einiger Sektoren im Sinne der ökonomischen Nutzung angedacht werden.

Amateure: Die Fohlen müssten in die UPC Tirol Liga absteigen, da nicht zwei Teams eines Vereins in der gleichen Liga spielen dürfen. Eine Auflösung soll nicht im Raum stehen, da Damen, Amateure und Nachwuchs in den Statuten festgehalten sind.

Fußball-Unterhaus I: Tirol hätte sechs Teams (FC Wacker, Wattens, Kitzbühel, Schwaz, Kufstein und den Tiroler-Liga-Meister) in Liga drei, aber keines im Profibereich. Verschont von den Folgen eines Wacker-Absturzes bleiben nur die Tiroler Liga und die 2. Klassen.

Fußball-Unterhaus II: In der Landesliga fiele die Relegation der Zweitplatzierten flach, außerdem würde es vier Absteiger geben. So läuft es auch in Gebiets-, Bezirksliga und der 1. Klasse. 2013/14, als sich alle Tiroler Teams in der Westliga hielten, mussten lediglich das Schlusslicht sowie der nach Punkten schwächere Vorletzte der Parallel-Ligen (West/Ost) die Segel streichen.