Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.06.2015


Fussball

Japanischer Investor: Wacker rätselt über Horn-Projekt

Gestern wurde die Zusammenarbeit von Erste-Liga-Absteiger Horn mit einem japanischen Familienunternehmen besiegelt. Der FC Wacker war im Kandidatenkreis, weiß aber nichts davon.

© gepaDer Silzer Christoph Westerthaler wird bei Regionalligist Horn auch weiterhin den Ton angeben.



Von Florian Madl

Innsbruck, Horn – Masaki Morass, Co-Trainer von Christoph Westerthaler bei Ostligist Horn (Nö.), ist in Tirol kein Unbekannter. Der Japaner, ein bekennender Wacker-Anhänger, machte sich auch als Akademietrainer und Spielerbetreuer bei Red Bull Salzburg einen Namen. Vor allem seine Zusammenarbeit mit Volker Finke (Urawa Red Diamonds/JPN) trug zu diesen Engagements bei, zuletzt war der 36-Jährige bei Landesligist IAC an Bord.

Familie Horn investiert künftig in Partner SV Horn.
- SV Horn

Dass gestern der Erste-Liga-Absteiger Horn die Kooperation mit einem japanischen Familienunternehmen bekanntgab, trägt nicht zuletzt seine Handschrift: 49 Prozent einer Vereins-GmbH übernehmen demnach die Asiaten. Keisuke Honda, Aushängeschild des gleichnamigen Familienunternehmens, kennt Morass schließlich „seit sieben, acht Jahren. Seit damals bin ich ständig in Kontakt mit ihm“. Der 61-fache japanische Teamspieler Honda, Nr. 10 beim AC Milan (Transferwert 14 Mio. €), wurde in seiner Heimat mittlerweile zur Marke, 50 Fußballschulen und eine Agentur gehören zum Imperium. Als Standort in Europa wurde Österreich auserkoren, zu den fünf potenziellen Kandidaten hätte laut Masaki Morass neben Wiener Neustadt, Vienna, Wiener Sportclub und eben Horn auch der FC Wacker gehört: „Ich bin Teil der Familie, ich hätte mir diese Kooperation mit dem FC Wacker gewünscht. Allerdings verlief es nicht so, wie wir uns das vorgestellt hätten.“ Der Japaner hielt sich über Hintergründe bedeckt, meinte auf Nachfrage aber kritisch: „Der FC Wacker ist ein Verein der vergegebenen Chancen. Ich habe oftmals meine Hilfe bei Sponsoren- oder der Spielersuche angeboten, daraus geworden ist leider nichts.“

Horn Co-Trainer Masaki Morass.
- gepa

Beim FC Wacker rätselt man indes, wie der Verein zum Kandidatenkreis zählen konnte. „Ich weiß nichts von Verhandlungen“, meinte etwa Vorstandsmitglied Peter Margreiter in Abwesenheit des urlaubenden Präsidenten Josef Gunsch. Zwar habe es mit Morass früher Kontakt gegeben, Konkretes sei dabei allerdings nie herausgekommen.

In Horn hingegen, wo gestern die entscheidende Generalversammlung stattfand, äußerte man über den Deal Freude. „Der SV Horn wird seinen Bezug zur Region weiter ausbauen. Wir werden mit unserem japanischen Partner, unseren regionalen Sponsoren und einer starken Mannschaft zuerst den Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse schaffen und dann nach hohen Zielen wie der Champions League streben“, hieß es. Künftig würden ein japanischer und ein österreichischer Obmann das Sagen haben.