Letztes Update am Do, 10.12.2015 12:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Wacker-Generalmanager Hörtnagl: „Es gibt keinen Aktionismus“

Die Winterkrone in der Sky Go Erste Fußball-Liga verdreht bei Wacker Innsbruck niemandem den Kopf. Stattdessen setzt man weiter auf konzeptionelles Denken.

Träumen sollen andere – Wackers General Manager Alfred Hörtnagl analysierte nach dem Herbstdurchgang mit Cheftrainer Klaus Schmidt eher unromantisch, um sachlich für alles gewappnet zu sein.

© gepaTräumen sollen andere – Wackers General Manager Alfred Hörtnagl analysierte nach dem Herbstdurchgang mit Cheftrainer Klaus Schmidt eher unromantisch, um sachlich für alles gewappnet zu sein.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Mit handfesten Stehsätzen – die Wacker-Fans würden kurz vor Weihnachten wohl am liebsten „Wir werden Meister“ hören – wollten Wacker-Präsident Josef Gunsch und vor allem General Manage­r Alfred Hörtnagl beim letzten Pressefrühstück im alten Kalenderjahr nicht dienen. Man bleibt seiner Außen­seiterrolle im Titelkampf treu, verweist auf die Konkurrenz und die Mysterien des Fußball-Geschäfts.

E wie Energie: Wer hätte gedacht, dass der FC Wacker Innsbruck mit 38 Punkten als Winterkönig unter dem Weihnachtsbaum steht? Diese Frag­e stellt Gunsch in den Raum. „Es war nicht klar, dass sich’s so entwickelt“, ergänzt Hörtnagl und kommt dabei auch auf eine „systemische und energetische Ordnung“, die in jedem Team oder jeder Organisation besteht, zu sprechen. Der Kanal zum Vorstand sei ebenso offen wie ein Auge auf den Transfermarkt geworfen werde. Aber: „Es wird keinen Aktionismus geben. Wir werden uns von den Gegnern nicht verleiten lassen. Sollten wir marginal etwas machen, werden sie marginal auch etwas machen oder mehr.“ Mit Rückkehrern wie z. B. Danijel Micic erhöht sich die eigene Palette und die Möglichkeiten, in den Heimspielen einen Schlüssel zu finden. Fakt ist: Ein intaktes Mannschaftsklima ist ein immens hoher Wert.

B wie Budget: Ein Team wie Titelfavorit LASK gönne es sich unter massivem Titeldruck, auf Teile des Fernsehgelds im sechstelligen Bereich zu verzichten. Das könne sich Schwarzgrün laut Gunsch und Hörtnagl sicher nicht leisten. Der Abbau des negativen Eigenkapitals sei aber ein wichtiger Schritt für den eigenen Weg gewesen. „Wir haben Handlungsspielraum, bleiben aber dem Weg der kleinen Schritt­e treu“, sagt Gunsch. Und Hörtnagl erweitert: „Alles, was jetzt sponsortechnisch hereinkommt, dient nicht dazu, Löcher zu stopfen, sondern wird in die Mission 2020 (die sieht Wacker bereits in der Bundesliga) gesteckt.“

F wie Favoriten: Um dieses Wort wird der FC Wacker im Frühjahr weiterhin einen Bogen machen wie um den „Titel“. „Favoriten sind ander­e wie der LASK oder St. Pölten, die das auch so ausgerufen und mehr Geld haben. Wir hängen ihnen diese Rolle bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag um“, will Hörtnagl keinen unnötigen Druck aufbauen, der die Beine schwerer machen könnte. Es heißt dranbleiben: „Und wer nachhaltig gut arbeitet, hat auch nachhaltig Perspektive, Erfolge zu feiern.“ Bis 2017 ist der Aufstieg ohnehin erklärtes Ziel.

P wie Psychologie: Der schreibt einer wie Ali H. auch eine tragende Rolle zu. Was man schließlich einmal (medial) sagt, lässt sich nicht mehr zurücknehmen. Stärke habe man bewiesen, indem man wegen der vielen Verletzten bewusst nie in Jammerei verfallen sei. Etwas mentale Stärke – „die Bereitschaft, es zu 100 Prozent durchzuziehen“ – sei im Finish verloren gegangen. Der Glaube wird aber intern genährt.

W wie wie Winterpause: „Das positive Stimmungsbild mitziehen“ – mit diesem Credo nähert sich Gunsch den Feiertagen. Der FC Wacker soll laut Hörtnagl wieder für Werte und ein positives Image in der Bevölkerung stehen: „Wir haben einen Plan, den wir durchziehen, egal, was die Konkurrenz macht.“ Auf in eine traumhafte Pause.