Letztes Update am Mi, 24.02.2016 11:20

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Bundesliga

Leverkusens Trainer Schmidt für drei Spiele gesperrt

Zudem muss der ehemalige Salzburg-Coach eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro bezahlen.

Roger Schmidt (l.) folgte nicht den Anweisungen der Unparteiischen.

© imago/Jan HuebnerRoger Schmidt (l.) folgte nicht den Anweisungen der Unparteiischen.



Berlin – Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt ist nach seinem provokanten Fehlverhalten beim deutschen Fußball-Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund glimpflich davongekommen. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch mitteilte, wurde Schmidt vom DFB-Sportgericht für drei Spiele gesperrt. „Ich empfinde die Strafe als hart“, sagte der ehemalige Meistertrainer von Red Bull Salzburg.

Das Innenraumverbot für zwei weitere Partien wurde bis zum 30. Juni 2017 zur Bewährung ausgesetzt, hinzu kommt „wegen fortgesetzten unsportlichen Verhaltens“ eine Geldstrafe von 20.000 Euro. Sportdirektor Rudi Völler muss wegen seiner Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer 10.000 Euro zahlen. Die Strafe ist in Ordnung, wie ich finde. Sie ist im Rahmen, der gerechtfertigt ist“, kommentierte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade die vom Verein akzeptierte DFB-Sanktion. „Roger Schmidt hat seinen Fehler eingesehen und bedauert.“

Strafe für Schmidt „zu hoch“

Schmidt selbst sieht die Strafe als zu hoch an. „Ich habe sie so akzeptiert, empfinde die Strafe aber als hart und nahe an der höchstmöglichen dran“, sagte der 48-Jährige am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. „Ich habe mich nicht gut verhalten und einen Fehler gemacht. Ich versuche in Zukunft daraus zu lernen“, fügte er an.

Schmidt muss eine strikte Kontaktsperre zu den Spielern einhalten. Das Innenraum-Verbot beginnt laut DFB jeweils eine halbe Stunde vor Spielbeginn und endet eine halbe Stunde nach Abpfiff. Der Trainer darf sich in dieser Zeit weder im Innenraum noch in den Umkleidekabinen, im Spielertunnel oder im Kabinengang aufhalten. Im gesamten Zeitraum darf er mit seiner Mannschaft weder unmittelbar noch mittelbar in Kontakt treten.

Schmidt hatte am Sonntag gegen Borussia Dortmund (0:1) für ein Novum in der Bundesliga gesorgt. Nachdem er sich weigerte, die Verbannung auf die Tribüne durch Referee Zwayer zu befolgen, wurde die Begegnung für neun Minuten unterbrochen. „Es ist eindeutig, dass es ein Fehler war. Ich war zu stur“, entschuldigte er sich später.

Schmidt ist Wiederholungstäter

Der 48-jährige Schmidt ist ein Wiederholungstäter. Bereits vor einem Jahr wurde er vom DFB zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Er hatte sich während des Liga-Spiels bei Werder Bremen am 8. Februar 2015 unsportlich am Spielfeldrand gegenüber dem Vierten Offiziellen verhalten und war auf die Tribüne verwiesen worden.

Völler wurde sanktioniert, weil er Zwayer nach dem Abpfiff in einem Fernsehinterview heftig attackiert hatte. Dabei hatte Völler mit Bezug auf ein nicht geahndetes Handspiel von Sokratis in der 70. Minute in Richtung des Unparteiischen gesagt: „Aber er hat sich ja revanchiert. Deshalb hat er ja auch den Elfmeter nicht gepfiffen.“

Ob die Verbannung des Cheftrainers sportliche Auswirkungen haben und die angestrebte Rückkehr in die Champions League gefährden kann, ist nicht abzusehen. Da seine Sperre nur national gilt, darf Schmidt am Donnerstag im Sechzehntelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Sporting Lissabon (19.00 Uhr) noch einmal am Rand des Platzes Regie führen. Auch das Training darf er weiter leiten. (APA/dpa)