Letztes Update am Fr, 26.08.2016 09:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Wacker-Trainer Jacobacci: „Schicksalsspiel ist es keines“

Auf Wattens (gegen Horn) und Wacker (bei BW Linz) lastet heute der Druck, punkten zu müssen. Vor allem in Innsbruck, wo man den Erwartungen hinterherhinkt.

Maurizio Jacobacci sucht mit seiner Elf den Weg in die Erfolgsspur.

© RottensteinerMaurizio Jacobacci sucht mit seiner Elf den Weg in die Erfolgsspur.



Von Florian Madl

Innsbruck – Es wirkte etwas inszeniert, als Maurizio Jacobacci gestern die anwesenden Journalisten zum Video-Studium bat, war es aber nicht. Der Wacker-Trainer wollte in den Club-Räumlichkeiten seines Dienstgebers wohl in erster Linie eines hervorrufen: Verständnis. Für sich, die Situation, die Mannschaft. Seine Schlussfolgerung nach knapp zehn Minuten voller Sequenzen, vielen Sturmläufen und einem (Lustenauer) Tor: „Wir haben genug Chancen, werden aber für jeden Fehler bestraft.“ Am Platz und danach von den Medien, was der Schweizer nicht nachvollziehen will. Kurze Atempause.

Die Schlussfolgerung des Beobachters mit Blick auf die Tabelle: Aus dem Saisonmotto 2016/17 – „Gemeinsam aufsteigen“ – wird es so nichts. Das gilt angesichts der fehlenden Euphorie für „gemeinsam“. Und für „aufsteigen“ sowieso.

Heute soll sich bei Blau-Weiß Linz einiges zum Besseren wenden, vor der Länderspielpause und der dadurch bedingten langen Zeit des Grübelns wäre das von Bedeutung. Und: Noch sind 30 Spiele zu spielen, 90 Punkte zu vergeben. Wie also gehen Sie das heutige Schicksalsspiel an, Herr Jacobacci?

„Ein Schicksalsspiel ist es keines, das wäre zu negativ formuliert. Es ist ein wichtiges.“ Eines, in dem man sich auf sieben defensive und drei offensive Linzer einstellen darf. Eines, bei dem der FC Wacker vorrangig über die Flanken kommen sollte, wo Alexander Riemann zuletzt für Dynamik sorgte. Doch genau jener Alex Riemann fehlt heute verletzungsbedingt – wie auch Christoph Kobleder, Pascal Grünwald und Alexander Hauser. Noch so etwas, das Maurizio Jacobacci im Magen liegt: „Dass bei uns die Verletztenliste lang ist, davon spricht keiner. Immer nur ist von fehlender Entwicklung die Rede.“ Immerhin: Zurückgreifen kann der 53-Jährige im Gegenzug wieder auf Andreas Hölzl und Christoph Freitag.

„Ich bin der Überzeugung, dass wir bald wieder zurückkommen“, meint Maurizio Jacobacci, und das klingt geradezu trotzig. Dieses „Jetzt erst recht“ beschwört auch sein Innenverteidiger Sebastian Siller: „Es braucht nur diese Kleinigkeit“, meint der Innsbrucker und schnippt dabei mit den Fingern. Das heißt dann wohl: Kleinigkeit. Für Kleinigkeiten werden der 27-Jährige und seine Kollegen augenblicklich bestraft, das soll in Linz ein Ende haben. „Wir müssen uns für unser Spiel endlich belohnen.“ Mit Vehemenz angreifen und dort eiskalt sein. In den Worten von Maurizio Jacobacci liest sich das so: „Wir müssen unsere Wut auf den Platz bringen.“ Dann hätte sich die Sach­e mit dem Video-Studium wohl auch erledigt.