Letztes Update am So, 28.08.2016 10:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Kochkurs soll Wackers Wir-Gefühl stärken

Das 2:2 bei Schlusslicht BW Linz lieferte wenig neue Erkenntnisse aus Sicht des FC Wacker. Nur die Aufholjagd überzeugte Kritiker.

Die treuen Wacker-Fans in Linz machten unmissverständlich klar, was sie von ihrem Lieblingsklub in den kommenden Wochen erwarten.

© gepaDie treuen Wacker-Fans in Linz machten unmissverständlich klar, was sie von ihrem Lieblingsklub in den kommenden Wochen erwarten.



Von Florian Madl

Innsbruck – Wenn Mannschaften von der Tabellenspitze lachen, werden Gemeinschaftsaktionen wie Kochkurse als gelungener PR-Gag oder „Kunst der Ablenkung“ gewürdigt. Das Szenario: Lachende Sportler lassen es sich schmecken, das im Hintergrund platzierte Sponsor-Logo bestätigt den Geldgeber in seiner Investition.

Beim FC Wacker steht dieser Kochkurs, gepaart mit einem Fachvortrag, demnächst unter einem anderen Gesichtspunkt. Ernährung ist wichtig, keine Frage. Aber Teambuilding genauso, meinte General Manager Alfred Hörtnagl gestern zu einer der Maßnahmen in der anstehenden Länderspielpause. „Wir müssen zusammenrücken“, erklärt einer, der früher lieber die Sense als das Tranchiermesser auspackte. Denn um beim Kochen zu bleiben: Die Saison steht auf Messers Schneide, da scheinen ungewöhnliche Maßnahmen durchaus nicht ungewöhnlich.

Das 2:2 bei Schlusslicht Blau-Weiß Linz setzte den Negativtrend der vergangenen Wochen nämlich fort. Und dass Trainer Maurizio Jacobacci von einem oberösterreichischen Journalisten falsch zitiert worden sei, setzte diese Wochen der gelebten Missverständnisse unglücklich fort:

Seiner Mannschaft habe natürlich keine Leidenschaft gefehlt, von den letzten 30 Minuten konnte man das ohnehin nicht behaupten. Da seien die Linzer „stehend k.o. gewesen“; da traf mit Torjäger Thomas Pichlmann einer, dem man niemals das Vertrauen hätte entziehen dürfen. Und mit Patrick Eler ein weiterer, der wohl auch wegen dieser Personalie von den Fans geschmäht wurde. Zu Unrecht, wie er beim Ausgleichstor (und fast beim möglichen Siegtreffer) bewies.

Die nächste Spielwiese des FC Wacker: möglicherweise der Transfermarkt, auf dem Trainer Maurizio Jacobacci keine Rolle spielt. Der Italo-Schweizer bleibt Wacker-Trainer. Stellungnahme von ihm gibt es dazu keine, genauso wenig von seinem Chef Alfred Hörtnagl: „Ich beteilige mich nicht an Was-wäre-wenn-Spielchen, das klingt nach Rechtfertigung.“ Kaderverstärkung könne es dennoch eine geben. „Aber nur punktuell“, wie Hörtnagl festhält. Bis zum Spiel in Horn (9. September) will Maurizio Jacobacci seiner Mannschaft Moral injizieren und sie Kondition tanken lassen, die Verletztenliste solle zudem kürzer werden. Al­fred Hörtnagl indes verspricht, sich der Situation zu stellen und „keine Vogel-Strauß-Politik zu betreiben“. Ein Kochkurs täte so gesehen allen gut, zu solchen Anlässen redet keiner um den heißen Brei.

In den zwei Wochen bis zum nächsten Spiel könnte man so gesehen das richtige Rezept finden. Denn auch das ist typisch für die Küche und den FC Wacker: Man bekommt, wenn es nicht läuft, ordentlich Fett ab ...