Letztes Update am So, 11.06.2017 11:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM-Quali

Erstes WM-Quali-Finale für ÖFB: Unerfahren und unbekümmert

Trotz zahlreicher Ausfälle geht Österreichs Nationalteam optimistisch ins vorentscheidende WM-Quali-Match gegen Irland. Die eigene Unberechenbarkeit sieht ÖFB-Teamchef Marcel Koller als Trumpf.

Wohin geht die Reise für Guido Burgstaller und Co? Der ÖFB-Stürmer wartet noch auf sein erstes Team-Tor.

© REUTERS/FOEGERWohin geht die Reise für Guido Burgstaller und Co? Der ÖFB-Stürmer wartet noch auf sein erstes Team-Tor.



Dublin - Teamchef Marcel Koller ist am Samstag mit einer großen Portion Optimismus zum auch für seine eigene Zukunft so wichtigen WM-Qualifikationsspiel in Irland aufgebrochen. Der Schweizer vertraut auch den international noch unerfahrenen Spielern, die dem Druck aufgrund der zahlreichen Ausfälle am Sonntag (18.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in Dublin standhalten sollen.

„Es ist wichtig, eine gewisse Ruhe zu haben und die Überzeugung, das auf den Platz bringen zu können“, sagte Koller vor dem Abflug am Flughafen Wien-Schwechat. Ob dann 50.000 oder nur 5.000 Zuschauer im Stadion warten, spiele keine Rolle.

Mehr Ruhe bei Burgstaller vor dem Tor

Koller muss zahlreiche wichtige Offensivakteure vorgeben - allen voran den gesperrten Marko Arnautovic. Von den vergangenen zwölf ÖFB-Länderspieltoren wurden zehn von Spielern erzielt, die Samstagmittag nicht mit an Bord des Teamcharters waren. Die Hoffnungen im Sturmzentrum ruhen nach dem Ausfall von Marc Janko auf Guido Burgstaller. Der Schalke-Angreifer hat in bisher zehn Länderspielen aber noch nicht getroffen.

„Er hat jetzt mehr Ruhe in seinem Spiel, auch vor dem Tor“, sagte Koller über Burgstaller. Das sei für einen Goalgetter wichtig. „Wir sollten das aber nicht auf einen Spieler fokussieren. Es ist wichtig, dass jeder Tore schießen sollte, wenn er in die Position kommt.“ Zehn Großchancen werde man in Irland nicht erhalten. „Es heißt, nicht viele Möglichkeiten auszulassen. In einem Spitzenkampf heißt es, die erste zu nützen, oder sonst zumindest die zweite.“

Welche Formation Österreichs WM-Chance am Leben erhalten soll, will Koller seinen Spielern erst am Sonntag bei der Abschlussbesprechung im Hotel verraten. Durch die Optionen einer defensiven Dreier- und einer Viererkette hat er zumindest die Iren zum Grübeln gebracht. „Es ist schon immer ein Vorteil, wenn man sich nicht vorgängig vorbereiten kann, wenn man nicht klar weiß, wer spielen könnte“, meinte Koller.

Selfies mit ÖFB-Teamspieler Florian Kainz sind heiß begehrt. Der Offensiv-Allrounder wäre auch ein Kandidat für die Startelf.
Selfies mit ÖFB-Teamspieler Florian Kainz sind heiß begehrt. Der Offensiv-Allrounder wäre auch ein Kandidat für die Startelf.
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Zu den arrivierten Kräften könnten sich auf dem linken Flügel etwa Florian Kainz oder im zentralen Mittelfeld Florian Grillitsch in die Startformation gesellen. Die beiden in der vergangenen Saison bei Werder Bremen engagierten ÖFB-Zimmerkollegen haben bisher jeweils erst ein Länderspiel absolviert. „Es ist auch so, dass da Konkurrenz ist, dass jeder etwas zeigen möchte“, sagte Koller über seinen ausfallsbedingt neu durchgemischten Kader.

Keine kriegerischen Worte von Koller

Die martialischen Worte von Irlands Co-Trainer Roy Keane, der den Österreichern auf dem Platz einen „Krieg“ angekündigt hatte, wollte Koller nicht überbewerten. „Ich halte nicht viel davon, wenn man so kriegerische Worte benützt.“ Die körperbetonte Spielweise und Zweikampfstärke der Iren sei nichts Neues. „Darauf haben wir das Team vorbereitet. Und es gibt ja noch einen Schiedsrichter, der eingreifen kann und sollte, wenn es zu intensiv werden sollte.“

Aus der Ruhe wollen sich die Österreicher von all den Nebengeräuschen und auch dem Hexenkessel im Aviva Stadium nicht bringen lassen. „Wir wollen in jedes Spiel gehen, um zu gewinnen“, erklärte Koller. „Ob auswärts oder zu Hause spielt keine Rolle.“ Nach dem Auftritt in Dublin steht dem ÖFB-Team in der WM-Qualifikation am 2. September ein nächstes schweres Spiel in Wales bevor.