Letztes Update am Mi, 11.10.2017 15:15

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM-Quali

WM-Ticket für Messi und Ronaldo, zwei Stars beenden Team-Karriere

Die Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo haben es mit Argentinien und Portugal noch zur WM geschafft. Die beiden Bayern-Stars Arjen Robben und Arturo Vidal sind dagegen nach dem WM-K.o. für die Niederlande und Chile in Russland nicht dabei.

Ausgelassener Jubel bei Messi und seinen Teamkollegen.

© ReutersAusgelassener Jubel bei Messi und seinen Teamkollegen.



Berlin — Happy End" für den „allmächtigen" Lionel Messi und Weltfußballer Cristiano Ronaldo, großer WM-Frust bei den Bayern-Stars Arjen Robben und Arturo Vidal: Am Abend der großen Emotionen haben die zwei besten Fußballer des letzten Jahrzehnts gerade noch ihren Platz auf der WM-Bühne gesichert. Messi wendete mit einer Drei-Tore- Gala beim 3:1 (2:1) in Ecuador das WM-Aus von Argentinien im Alleingang ab, Portugal holte sich mit dem 2:0 (1:0) im Gruppen- Endspiel gegen die Schweiz das Russland-Ticket. Für die Bayern-Stars Robben und Vidal endet dagegen die Nationalmannschaftskarriere ohne Krönung. Sowohl die Niederlande als auch Südamerikameister Chile verpassten die Endrunde.

Phantomtor in Panama

Und auch sonst hatten die letzten Gruppenspiele einiges zu bieten: Panama qualifizierte sich mit einem Phantomtor a la Thomas Helmer erstmals für die WM und versetzte damit die USA in einen Schockzustand. Erstmals seit 1986 fehlen die US-Kicker nach dem 1:2 (0:2) bei Trinidad und Tobago bei einer Endrunde.

Für den deutschen Trainer Michael Skibbe geht der WM-Traum dagegen weiter, der frühere Assistent von DFB-Teamchef Rudi Völler erreichte mit Ex-Europameister Griechenland durch das 4:0 (1:0) gegen Gibraltar die Playoffs und könnte zur WM nach Russland fahren.

„Messi war allmächtig"

Hohn und Spott hätte es für Argentinien bei einem Verpassen der WM gegeben, doch einer hatte etwas dagegen: Messi ließ den zweimaligen Weltmeister mit dem 44. Dreierpack seiner Karriere noch aufatmen. „Messi war allmächtig", schrieb das Sportblatt „Olé", und Argentiniens Coach Jorge Sampaoli schwärmte: „Messi ist der beste Spieler der Geschichte."

So spielte sich der fünfmalige Weltfußballer in die Herzen der argentinischen Fans, nachdem seine Auftritte in der Nationalelf mitunter kritisch begutachtet wurden. Bei den drei WM-Teilnahmen 2006, 2010 und 2014 waren die ganz großen Glanzpunkte von Messi ausgeblieben, als jeweils gegen Deutschland Endstation war.

Ronaldo und Co. mit neun Siegen in Serie

Auch Ronaldo erhält eine weitere WM-Chance. „Reisepass zum Traum", titelte „Correio da Manha" und „O Jogo" schrieb: „Im Meisterstil nach Russland!" Nach der 0:2-Auftaktpleite in der Schweiz holte sich Portugal mit neun Erfolgen in Serie noch den Gruppensieg. Dabei half der Ex-Hamburger Johan Djourou unfreiwillig mit, als er mit einem Eigentor die Schweizer Niederlage einleitete.

Robben und Vidal beenden wohl Team-Karriere

Für die Eidgenossen geht es damit in den Playoffs weiter. Für den WM-Dritten Niederlande reichte es dagegen nicht einmal für die Ausscheidungsspiele. Das 2:0 (2:0)-Sieg gegen Schweden fiel um fünf Tore zu niedrig aus. Schweden erreichte damit die Playoffs, Frankreich schaffte durch das 2:1 (2:1) gegen Weißrussland die Direkt-Teilnahme. So nahm Arjen Robben auf einer Ehrenrunde Abschied von der Elftal. „Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich werde mich jetzt voll auf meinen Verein konzentrieren. Das ist ein guter Moment, um Abschied zu nehmen", sagte der Mittelfeld-Star von Bayern München, der beide Tore erzielte.

Nach dem WM-Aus beendete Holland-Star Robben seine Team-Karriere.
Nach dem WM-Aus beendete Holland-Star Robben seine Team-Karriere.
- AFP

Auch Vidal sieht für sich im Nationaldress wohl keine Perspektive mehr. Nachdem Chile durch das 0:3 (0:0) scheiterte, schrieb der Offensivspieler bei Instagram: „Vielen Dank für alles, Jungs! Für all diese Jahre zusammen. Dafür, dass ihr alles auf dem Feld gelassen habt." Aus Südamerika fahren stattdessen neben Argentinien auch Brasilien, Uruguay und Kolumbien zur WM.

Folgenreicher Einspruch von Chile

Copa-America-Sieger Chile wird die Fußball-WM im kommenden Jahr versäumen. Wie sich am Ende herausstellte, stolperte der Südamerika-Meister kurioserweise über einen eigenen, erfolgreich eingelegten Einspruch.

Die Chilenen hatten im Oktober 2016 beim Weltverband das 0:0 in Bolivien beanstandet, weil der gegnerische Verteidiger Nelson Cabrera noch nicht spielberechtigt gewesen war. Chile bekam Recht und einen 3:0-Sieg zugesprochen. Gleichzeitig wurde aber auch das 2:0 Boliviens gegen Peru in ein 0:3 umgewandelt, weil Cabrera auch in diesem Spiel zum Einsatz gekommen war.

In der Endabrechnung verpasste Chile ganz knapp die WM-Play-offs, nur die Tordifferenz gab den Ausschlag zugunsten Perus. Ohne den Einspruch hätte Chile Platz fünf belegt.

Ähnlich spannend ging es am letzten Spieltag in der CONCACAF-Zone zu. Panama sicherte sich durch ein 2:1 (0:1) gegen das bereits qualifizierte Costa Rica das WM-Ticket. Doch es könnte noch ein Nachspiel geben, denn beim Ausgleichstor von Gabriel Torres überquerte der Ball nicht die Torlinie, sondern strich am Pfosten vorbei. Erinnerungen an das Phantomtor von Thomas Helmer aus dem Jahr 1994 wurden wach.

Leidtragender waren die USA, die auf Platz fünf abrutschten. Honduras erreichte durch das 3:2 (1:2) gegen Mexiko immerhin noch Platz vier und damit die Playoffs. (dpa)

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