Letztes Update am Fr, 13.10.2017 14:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Wacker gegen Wattens: Es brodelt endlich wieder im Tivoli

Das Erste-Liga-Derby zwischen dem FC Wacker Innsbruck und der WSG Wattens findet heute ab 20.30 Uhr (TT.com-Live-Ticker) vor stattlicher Kulisse statt. Über 4000 Karten wurden gestern bereits im Vorverkauf abgesetzt.

© gepaIm Februar warteten die Wacker-Fans beim Derby mit einer beeindruckenden Choreographie auf. Auch für heute haben sich die schwarz-grünen Fans etwas Besonderes einfallen lassen.



Wacker hat ersten Derby-Heimsieg im Visier

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Die 4000er-Marke im Vorverkauf wurde gestern noch geknackt, ab 18.30 Uhr erfolgt heute der Fan-Marsch von der Annasäule Richtung Stadion, die Nordtribüne lässt dann knapp vor Spielbeginn eine schwarzgrüne Choreografie folgen – und wenn Schiedsrichter Gerhard Grobelnik um 20.30 Uhr anpfeift, dann hat der FC Wacker nur eines im Sinn: endlich einen Derbysieg gegen Wattens im Tivoli einfahren.

Die zwei Heimpleiten vom Vorjahr tangieren Karl Daxbacher wenig bis gar nicht, schon eher die letzten beiden Innsbrucker Siege in Wattens. Denn die dirigierte der 64-Jährige schon als FCW-Chefcoach. „Wir sind gegen Wattens immer Favorit, auch wenn die Bilanz noch gegen uns spricht“, setzt er darauf, dass das Punktekonto gegen den Rivalen aus dem Unterland aufgestockt wird. Erstens setzt man im schwarzgrünen Lager auf die Heimstärke – der FC Wacker ist als einziges Team in dieser Saison vor heimischer Kulisse noch ungeschlagen. Zweitens tankten Jamnig und Co. zuletzt mit dem 4:0-Auswärtserfolg in Lustenau Selbstvertrauen. Drittens sitzt mit Neu­erwerbung Dimitry Imbongo ein heißer Joker auf der Bank. Aufstellungsmäßig wird sich nicht viel ändern. „Weil es gut geklappt hat und Christoph Freitag, Michael Schimpelsberger, Martin Harrer sowie Okan Yilmaz weiter verletzt sind“, wird sich Daxbacher auf keine Experimente einlassen.

Im Sturmzentrum soll Zlatko Dedic nach seinem Triple- pack in Lustenau endlich auch im Tivoli „abdrücken“. „Es spielt keine Rolle, wo ich Tore schieße. Ich gebe immer Vollgas und stelle mich in den Dienst der Mannschaft“, hofft der 33-Jährige auf einen Derbysieg und vor allem viele Zuschauer: „Wir sind gut vorbereitet. Mein Ziel ist, dass das Tivoli in dieser Saison einmal ausverkauft ist.“ Wenn sich der Wunsch des Wacker-Torjägers erfüllen soll, dann braucht es heute vor allem den ersten Derby-Heimsieg im neuen Tivolistadion gegen Wattens.

Keine Sonderprämie für Wattens-Kicker

Von Florian Madl

Wattens – „Nein, Sonderprämie gibt es diesmal keine“, meint WSG-Trainer Thomas Silberberger. Aber die brauche es angesichts des heutigen Duells gegen den Erzrivalen aus der Landeshauptstadt auch nicht. Deshalb war im gestrigen Wattens-Abschlusstraining nur Aktivieren angesagt, motivieren würde sich die Mannschaft ohnehin selbst. „Es wird was richtig Geiles, heute in einem gut gefüllten Tivoli zu spielen. Dafür arbeiten wir das ganze Jahr“, ergänzt „Silbi“, dem bis auf Stefano Pellizzari (verletzt) keiner fehlt.

Auf Überraschungen stellt sich der 44-Jährige nicht ein, dafür kennt der frühere FC-Tirol-Spieler (1993–1996) die sportlichen Geschicke an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zu gut: „In unserer Videoanalyse hab’ ich den Spielern gezeigt, was der Wacker vorhat“, meinte der Spieler des Jahres in der Ersten Division (2000) selbstbewusst. Seine Erwartung: „Sie werden uns kommen lassen und hoffen, im Umschalt­spiel zum Erfolg zu kommen.“ Vor allem schnelle Spieler wie Stefan Rakowitz oder Florian Jamnig gelte es zu neutralisieren. Dass die Stimmung im Stadion seiner Mannschaft allzu viel Respekt einflößen könnte, glaubt Silberberger indes nicht. Im Gegenteil – er hofft, dass möglichst viele Zuschauer den Weg ins Stadion finden: „Ich denke, jeder Fußballfan, der nicht ins Tivoli kommt, wird dies bereuen.“

Die Bilanz des Vorjahrs spricht für den Außenseiter aus Wattens, zu sagen hat das allerdings wenig: Diesmal stünden sich gänzlich andere Mannschaften gegenüber. Und aus Spielleiter Gerhard Grobelnik ein gutes oder schlechtes Omen abzuleiten, fällt schwer: Bei dessen letzten Einsätzen mit Beteiligung von FC Wacker oder WSG Wattens gingen jeweils die Tiroler als Verlierer vom Platz. Das ist heute ausgeschlossen ...