Letztes Update am Sa, 14.10.2017 14:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

FC Wacker brach im Derby gegen Wattens den Tivoli-Bann

Erstmals seit 1969 gewann der FC Wacker im Tivoli-Stadion gegen die WSG Wattens. Den Goldtreffer beim 1:0-Erfolg vor 6323 Zuschauern erzielte Daniele Gabriele nach starker Vorlage von Zlatko Dedic.

© gepaSchwarzgrüner Jubel im Tivoli-Stadion: Wacker bezwang die WSG Wattens mit 1:0.



Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Vor 6323 Zuschauern feierte der FC Wacker am Samstagabend einen 1:0-Derbysieg über die WSG Wattens. Es war ein verdienter Erfolg für die Schwarzgrünen, die den kleinen Bruder aus dem Unterland bis auf 20 Minuten zu Beginn des Spiels stets im Griff hatten.

Aber von Anfang an: Der Verletzungsteufel schlug beim FC Wacker auch vor dem Derby wieder gnadenlos zu. Goalie Christopher Knett musste mit einem verrissenen Kreuz pausieren, Dominik Baumgartner brachte Knieprobleme vom U21-Nationalteam mit. Für das Duo spielten Lukas Wedl und Routinier Harald Pichler. Neuzugang Dimitry Imbongo kam erst in der Schlussphase zu seinem Debüt. Die WSG Wattens kam im 4-2-3-1-Mantel ins Tivoli, um ihrer Rolle als „gefährlicher Außenseiter“ (O-Ton Trainer Thomas Silberberger) gerecht zu werden.

Wacker starb beinahe den Chancentod

Und auch wenn der FC Wacker zuletzt 1969 (!) im Tivoli gegen die WSG Wattens gewinnen konnte, diesmal sollte aus schwarzgrüner Sicht alles anders laufen. Doch zu Beginn war nicht viel los am Rasenviereck, nach 14 Minuten nahmen aber die Gäste nach einem schnellen Oswald-Auswurf Fahrt auf. Lukas Hupfauf musste nach einem gelungenen Konter über Benni Pranter, Milan Jurdik und Roger Tamba in extremis klären. Zwei Minuten später traf Jurdik – allerdings aus einer klaren Abseitsposition.

So richtig Tempo nahm das Derby dann nach 20 Minuten und dem ersten Wacker-Abschluss von Florian Jamnig auf. Eine Minute später hatte Zlatko Dedic nach Jamnig-Flanke das 1:0 am Fuß, scheiterte aber an Ferdl Oswald. Auf der anderen Seite fehlte bei einem Santin-Kracher (25.) auch nicht viel. Jetzt war es das von den beiden Trainer angekündigte Spektakel. Nur die Tore fehlten noch. Auch weil Flo Rieder nach Gabriele-Zuckerpass zu nervös abschloss (26.). In der 29. Minute produzierten Kekez und Oswald fast ein Wattener Eigentor. Jetzt war der FC Wacker endgültig am Drücker.

Rund 250 Wacker-Anhänger sorgten vor Spielbeginn beim Fanmarsch in der Innsbruck Innenstadt für Stimmung.
- Michael Kristen

Das 1:0 nach 37 Minuten war dann auch der gerechte Lohn. Nach einem tollen Rakowitz-Pass verzögerte Dedic lange, um genau im richtigen Moment Daniele Gabriel zu bedienen – es war die verdiente Führung. Und die Wattener hatten Glück, dass es nicht mit einem 0:2 in die Kabine ging, weil Oswald gerade noch vor Rakowitz retten konnte.

In der Halbzeitpause gab es Pfiffe – aber gegen keines der beide Teams sondern gegen die Werbung für Olympia 2026. Auch der zweite Durchgang begann mit besseren Innsbruckern. In der 52. Minute verhinderte Oswald – inzwischen mit Abstand bester Wattener – gegen Jamnig das 2:0. In der 61. Minute vergab Gabriele die nächste Top-Chance, zwei Minuten später starb die Wacker-Offensive nach einer tollen Kombination in Schönheit. An der Linie konnte Trainer Karl Daxbacher die offensiven Nachlässigkeiten kaum fassen. Von Wattens war nach vorne weiter ziemlich wenig zu sehen.

Vier Punkte fehlen Wacker auf Ried

Mit dem Blick auf die Anzeigetafel war die WSG aber natürlich noch dran. Doch auch die eingewechselten Dino Kovacec und Ex-Wacker-Angreifer Simon Zangerl konnten vorerst nicht wirklich für neuen Schwung sorgen. Auf der anderen Seite hatte Kovacec Glück, dass sein Trikotzupfer gegen Dedic ungeahndet blieb. Lukas Katnik vergab dann in der Schlussphase noch die letzte Ausgleichschance.

Mit dem ersten Derby-Heimsieg gegen Wattens seit 48 Jahren sind die Innsbrucker bis auf vier Punkte an Tabellenführer Ried dran, die WSG ist nun Achter und hat noch vier Punkte Vorsprung auf den FAC, der am Freitag überraschend beim bisherigen Tabellenführer Wiener Neustadt triumphiert hatte.