Letztes Update am Do, 07.12.2017 12:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Leipzig zahlte Lehrgeld und tröstet sich mit der Europa League

Von den letzten vier Teams, die das Champions-League-Achtelfinal-Ticket lösten, beeindruckte der FC Liverpool mit dem 7:0-Erfolg gegen Spartk Moskau am meisten.

© ReutersLeipzigs Kicker trauerten der verpassten Chance auf den Achtelfinal-Aufstieg nach.



Leipzig – Während mit England erstmals ein Land fünf Vertreter stellt, ist Deutschland im Achtelfinale der Champions League nur noch durch Bayern München vertreten. Vizemeister RB Leipzig verabschiedete sich am Mittwoch mit einem 1:2 gegen Besiktas Istanbul. Der Red-Bull-Club scheint bei seiner Premiere in der Königsklasse auch an seiner Unerfahrenheit gescheitert zu sein.

„Wir haben sicher ein bisschen Lehrgeld zahlen müssen, es wäre mehr drin gewesen“, meinte Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl. Seine Mannschaft holte in Gruppe G sieben Punkte, verlor zweimal gegen Besiktas sowie einmal gegen den FC Porto. Dabei sei Leipzig nicht immer die schlechtere Mannschaft gewesen. Hasenhüttl: „Am Willen und an unseren fußballerischen Fähigkeiten hat es nicht gemangelt, aber das reicht halt nicht immer im Fußball.“

Hasenhüttl hofft auf Lernprozess

Mitunter fehlte die Cleverness, Hasenhüttl hofft auf einen Lernprozess. „Wenn wir nächstes Jahr hoffentlich wieder dabei sind, präsentieren wir uns da in diesen Dingen anders“, erklärte der 50-jährige Steirer. Die Leipziger werden zunächst in der K.o.-Phase der Europa League weitere internationale Erfahrung sammeln.

Einen Wunschgegner für die Auslosung am Montag (13.00 Uhr) gibt es nicht. „Wir nehmen, was kommt“, sagte Hasenhüttl. „Es gibt attraktive und sehr gute Gegner. Es wird nicht leicht, aber wir haben auch dort die Chance, wieder Historisches zu leisten.“ Zum Duell mit dem ebenfalls von Red Bull unterstützten österreichischen Meister Salzburg kann es in der ersten K.o.-Runde aber noch nicht kommen: Die Salzburger befinden sich als Gruppensieger im selben Lostopf wie Leipzig.

„Wir hoffen, in der Euro League noch viele Runden spielen zu können“, sagte Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi, der das einst schon mit Salzburg getan hat. „Das ist für unser Team ein sehr guter Entwicklungsschritt. Unser großes Ziel ist es, nächstes Jahr wieder Champions League zu spielen.“

Um Stars wie den deutschen Teamstürmer Timo Werner langfristig halten zu können, scheint die Königsklasse fast schon Pflicht - nicht zuletzt wegen der Zusatzeinnahmen, die die Leipziger für das Financial Fairplay brauchen. „Wir halten uns an die Vorgaben. Wir wollen keinesfalls der erste Verein in Deutschland sein, der sanktioniert wird“, betonte Sportdirektor Ralf Rangnick. „Das schränkt uns in unseren Handlungsspielräumen enorm ein.“

Gegner Besiktas überraschte als Gruppensieger. Den Aufstieg fixierten am Mittwoch zum Abschluss der CL-Gruppenphase neben Porto auch Liverpool, der FC Sevilla und Schachtar Donezk. Die Ukrainer fügten Manchester City mit 2:1 die erste Saisonniederlage zu. Trainer Paulo Fonseca löste danach ein Versprechen ein, das er für den Achtelfinaleinzug gegeben hatte: Der Portugiese erschien zur Pressekonferenz im Kostüm seines Kindheitshelden Zorro.

City-Coach Pep Guardiola wollte die Niederlage nicht überbewerten, hatte er doch im Hinblick auf den Ligaschlager am Sonntag gegen Manchester United zahlreiche Reservisten eingesetzt. „Ich bin zufrieden mit der Leistung“, sagte der Spanier. Liverpools Jürgen Klopp konnte es erst recht sein. Die „Reds“ landeten im Entscheidungsspiel gegen Spartak Moskau ihren zweiten 7:0-Sieg der laufenden Champions-League-Saison. Klopp: „Das war schön anzusehen.“ (APA)