Letztes Update am Mi, 27.12.2017 12:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball

Ex-Teamchef Koller sieht sich bereit für neue Aufgabe

Nach sechs Jahren in Wien wird der Schweizer wieder nach Zürich umsiedeln. Bislang habe es „einige“ Anfragen gegeben, zu Verhandlungen sei es aber noch nicht gekommen.

© REUTERS/Leonhard FoegerDas ÖFB-Präsidium hatte am 15. September entschieden, den zu Jahresende auslaufenden Vertrag von Koller nicht zu verlängern.



Zürich – Marcel Koller sieht sich nach Ende seiner Tätigkeit als Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft für seine nächste Aufgabe bereit. Seit Bekanntwerdung seiner Trennung vom ÖFB mit Jahresende habe es „einige“ Anfragen gegeben, sagte der Schweizer in einem Interview mit der „Neue Zürcher Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe). Zu Verhandlungen sei es aber noch nicht gekommen.

„Die Mannschaft, die ich trainiere, muss Qualität haben“, meinte Koller. Als Trainer werde er am Ergebnis gemessen. Auf die Frage, ob er eine Spitzenmannschaft übernehmen wollte, erklärte der 57-Jährige: „Ja, das will jeder. Oder eine, die ich zu einer Spitzenmannschaft formen kann.“ Ob er die Arbeit bei einer Club-Mannschaft oder einer Nationalauswahl im Auge habe, ließ Koller offen. Ebenso, ob er seine künftige Anstellung in der Schweiz oder im Ausland sehe. „Ich will mich nicht festlegen und schon genau sagen, wo ich hin möchte. Es muss von der Qualität her passen, aber auch zwischenmenschlich.“

Am 15. September hatte das ÖFB-Präsidium entschieden, den zu Jahresende auslaufenden Vertrag von Koller nicht zu verlängern. Der Schweizer hatte das ÖFB-Team im November 2011 übernommen und zur EURO 2016 sowie auf Platz zehn der Weltrangliste geführt. Die WM 2018 verpasste Österreich aber. Mit der Entscheidung des Präsidiums habe er „rechnen“ müssen, sagte Koller nun.

Nach sechs Jahren in Wien wird der Schweizer wieder nach Zürich umsiedeln. Österreichs Hauptstadt verlasse er nur ungern. „Wenn man irgendwo zusammenpacken muss, ist das immer schmerzhaft. Wir waren sehr gerne in Wien“, meinte Koller. Von den Österreichern habe er Anerkennung für seine Arbeit erhalten: „Am Ende war es ein Superabschluss für mich: Wenn ich heute in Wien durch die Straßen laufe, halten Velofahrer und Jogger an, um mit mir zu sprechen, mir zu danken.“ (APA)