Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 04.03.2018


Erste Liga

Der FC Wacker will sein Glück nicht überstrapazieren

Weil Ried am Samstag bei Liefering nur ein 1:1 erreichte, bleibt der FC Wacker vor dem Tiroler Derby in Wattens Tabellenführer.

© gepaVerbissener Zweikampf – Wacker-Goalie Christopher Knett gegen Lustenau-Torjäger Ronivaldo.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — „Spitzenreiter" skandierte die Nordtribüne nach dem 2:1-Heimsieg gegen Austria Lustenau. Ein Choral, der zum Frühjahrsdauerbrenner im Tivoli werden könnte. Denn nach dem 1:1 der Rieder am Samstag in Liefering grüßt der FC Wacker vor dem Tiroler Derby am kommenden Freitag in Wattens von ganz oben in der Sky Go Erste Liga. Zum ersten Mal übrigens nach 22 Runden. Gesunde Höhenluft, an die sich der FC Wacker gewöhnen will. Was aber nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung möglich sein wird. Denn der siebte Saison-Heimsieg am Freitagabend fiel unter die Kategorie „Kraftakt mit glücklichem Ausgang".

„Siegreich", brachte auch WSG-Coach Thomas Silberberger, der die Innsbrucker im Hinblick auf das Derby unter die Lupe nahm, den Auftritt der Schwarzgrünen auf den Punkt: „Ein Sieg des Willens. Wenn man vorne steht, ist einem auch das Spielglück hold. Ganz stark sind sie bei Standardsituationen." Damit waren die Eckbälle gemeint, die zu den beiden Dedic-Treffern führten. Von Daniele Gabriele auf die „Kopfballwaffen" Matthias Maak sowie Christoph Freitag gezirkelt und Dedic stand jeweils dort, wo ein Torjäger stehen muss.

„Wir haben über Standardsituationen das Spiel gewonnen. Nicht mehr und nicht weniger", bilanzierte Karl Daxbacher den Sprung an die Tabellenspitze relativ emotionslos. Denn der schwache Auftritt in der ersten Halbzeit, das „dumme Gegentor", der verschossene Elfmeter — „den nächsten wird wohl Jamnig schießen" — sowie der Lattentreffer von Ronivaldo in der Nachspielzeit lagen dem FCW-Coach doch noch im Magen.

Dass man das Spielglück, das dem FC Wacker auch schon in Hartberg hold war, nicht überstrapazieren sollte, war auch den Wacker-Profis bewusst. „Die drei Punkte waren enorm wichtig, die haben wir uns erkämpft. Aber es gibt noch viel, was wir besser machen müssen", so Kapitän Christoph Freitag. Zlatko Dedic freute sich über seinen Doppelpack, der verschossene Elfmeter drückte nicht auf das Selbstvertrauen des 33-Jährigen: „Ärgerlich, aber schnell abgehakt. Ich weiß, was ich kann." Die Leistung gegen Lustenau stufte der Slowene realistisch als „nicht gut" ein, der Blick auf die Tabelle kann sich dafür sehen lassen: „Wir kämpfen für ein großes Ziel und sind auf dem richtigen Weg. Aber der ist noch lang." Eine Aussage, die Wackers General Manager Alfred Hörtnagl unterschreiben kann: „Das ist eine Momentaufnahme, von der wir uns nicht blenden lassen. Im Gegenteil. Wir sind nicht auf die Tabelle fokussiert, sondern auf das nächste Spiel."