Letztes Update am Di, 06.03.2018 15:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fussball-WM

100 Tage vor WM-Start: Russen starten Charmeoffensive

Beim Weltverband FIFA bekräftigte man angesichts der jüngsten Berichte über eine mögliche Terrorgefahr während der WM „volles Vertrauen“ in das Sicherheitskonzept der russischen Behörden

© AFPNoch 100 Tage: Die Countdown-Uhr auf dem "Roten Platz" vor dem Kremel in Moskau läuft.



Moskau – 100 Tage vor Beginn der Fußball-WM zeigen Russlands Präsident Wladimir Putin und FIFA-Chef Gianni Infantino selbst ihre Ballkünste. In einem Video des Fußball-Weltverbandes zum Countdown agieren Putin und Infantino in einem Kreml-Saal im Doppelpass. Den finalen Ball spielt der Kremlchef per Kopf.

Die Sequenz ist der Abschluss eines Clips, in dem zahlreiche Altstars wie Diego Maradona, Ronaldo oder Wayne Rooney für wenige Sekunden Ballkunststückchen vorführen. Die Werbetrommel für das am 14. Juni startende Großereignis wird gerührt. Den Countdown bis zur WM wollen die Organisatoren indes für den letzten Feinschluff nutzen.

Nun sei das Wichtigste, dass alle Bauarbeiten gemäß den FIFA-Standards abgeschlossen würden, sagte der russische Sportminister Pawel Kolobkow am Dienstag in Moskau. „Es ist wichtig, Russland der Welt zu zeigen, wie es ist: offen, gastfreundlich und modern.“ Vizeregierungschef Witali Mutko sagte, dass sechs Stadien in den kommenden Tagen fertig werden sollten. Er selbst gab seinen Posten als Koordinator der Regierung bei der WM-Organisation an seinen Kabinettskollegen Arkadi Dworkowitsch ab.

In allen elf russischen WM-Städten von der Enklave Kaliningrad bis Jekaterinburg im Ural wurde der 100-Tage-Countdown bis zum Eröffnungsspiel mit Feiern und Ausstellungen begangen. In Moskau sollte ein Konzert für die 6.000 freiwilligen Helfer über die Bühne gehen.

„Kommt nach Russland mit einem offenen Herzen und versucht, das Land und die Orte, die ihr besucht, zu verstehen“, meinte Teamchef Stanislaw Tschertschessow in einer Videobotschaft. Der ehemalige Tirol-Torhüter und -Trainer bemühte sich ebenfalls, die russische Gastfreundschaft zu betonen: „Wie man in Russland sagt: Es ist es besser etwas einmal zu sehen, als hundert Mal darüber zu hören.“

FIFA hat „volles Vertrauten ins Sicherheitskonzept“

Beim Weltverband bekräftigte man angesichts der jüngsten Berichte über eine mögliche Terrorgefahr während der WM „volles Vertrauen“ in das Sicherheitskonzept der russischen Behörden. „Die ohnehin schon hohen Sicherheitsstandards in Russland wurden und werden ständig auf die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen einer solchen Sportgroßveranstaltung abgestimmt“, sagte ein FIFA-Sprecher. Der Confederations Cup in Russland im vergangenen Jahr habe gezeigt, „dass diese Konzepte greifen“.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Montag berichtet, dass das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) davon ausgehe, dass vor allem durch islamistischen Terrorismus während der WM eine hohe Gefahr bestehe. (APA/dpa/AFP)