Letztes Update am Mi, 07.03.2018 16:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Von leeren Kilometern und einem Erfolgslauf vor dem Derby

Nicht nur Wattens musste unverrichteter Dinge aus Wien abrücken, Wacker-Trainer Karl Daxbacher saß ebenfalls umsonst im Zug.

© gepaZeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh: Wackers Flo Rieder und Wattens-Verteidiger David Gugganig treffen sich am Freitag zum Derby-Tanz.



Das Vorjahr als gutes WSG-Omen

Von Tobias Waidhofer

Wattens – Was sich Thomas Silberberger gedacht hat, als er am Montag erstmals den vereisten Platz in Floridsdorf betrat? „Das ist nicht druckreif“, antwortete der Wattener Trainer am Dienstag mit einem Augenzwinkern. Das eine oder andere Schimpfwort wird ihm dabei aber sicher auf der Zung­e gelegen sein. Unverrichteter Dinge mussten die Tiroler die knapp 500 Kilometer lange Heimreise aus der Bundeshauptstadt antreten, bevor der Mannschaftsbus zur Geisterstunde wieder beim Gernot-Langes-Stadion einbog. „Jeder vernünftige Mensch, der einen Wetterbericht lesen kann, hätte das Spiel nicht angesetzt“, schimpfte der Wattens-Coach.

Minustemperaturen hatten dem Platz zugesetzt, auf den Außenbahnen glich der Rasen einer Eisfläche, auf der sich höchstens der HC Innsbruck wohl gefühlt hätte, aber sicher kein Fußballer. Warum aber wurde Sonntagmittag bei der Vor-Kommissionierung grünes Licht gegeben? „Der FAC wollte unbedingt spielen, weil sie in Ried gepunktet haben und uns als schlechtestes Team der Liga einschätzen“, vermutet Silberberger. Zumindest die Wattener Reisekosten müssen jetzt die Wiener tragen, als Nachholtermin wurde der 10. April fixiert.

So wird das Derby gegen den FC Wacker am Freitag (18.30 Uhr) zum ersten Wattener Pflichtspiel 2018. „Ein gutes Omen“, wie Trainer Thomas Silberberger findet. Schließlich startete die WSG Wattens vor einem Jahr im Tivoli, um mit dem 1:0-Sieg den Grundstein für ein starkes Frühjahr zu legen. Die Vorzeichen sind diesmal freilich andere. „Der FC Wacker ist Tabellenführer und gut drauf“, weiß Silberberger, der am Freitag vielleicht wieder auf den zuletzt verletzten Florian Buchacher setzen kann: „Er ist ein Kandidat.“

Von einem Nachteil seiner Truppe aufgrund der leeren Kilometer und dem Spiel­praxis-Vorsprung des FC Wacker will der Coach nichts wissen: „Das wäre eine Ausrede, sonst gar nichts.“ Der Ticket-Onlineverkauf fürs Derby startet übrigens am Mittwoch.

Tabellenführung keine Ablenkung für Wacker

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Nicht nur die Wattener machten vor dem Derby leere Kilometer, auch Karl Daxbachers Spionagetour war ein Schuss ins Leer­e. „Ich kam am Montag um 18 Uhr auf den FAC-Platz und konnte gleich wieder umdrehen“, fand es der Wacker-Coach schade, dass er die WSG vor dem Duell am Freitag im Langes-Stadion nicht unter die Lupe nehmen konnte. Also kümmerte sich der 64-jährige Aufstiegsspezialist (St. Pölten, LASK) am Dienstag schon wieder um seine Schwarzgrünen. „Wir lassen uns durch die Tabellenführung nicht ablenken und wissen sehr wohl, dass gegen Lustenau nicht alles so lief, wie es laufen sollte“, erklärte Daxbacher auf der Zugfahrt Richtung Tirol.

Die Derby-Vorbereitung läuft nach Plan. Harald Pichler brummt noch leicht der Schädel, Albert Vallci ist wieder gesund, Armin Hamzic erkrankt, dafür meldete sich Flo Jamnig fit. Der FCW-Stürmer überknöchelt­e im Westderby, trainiert aber schon wieder nahezu beschwerdefrei. „Kein Problem, die Schwellung hab’ ich im Griff“, blickt der 27-Jährige schon erwartungsvoll auf den Schlager gegen Wattens. „Auch wenn spielerisch noch nicht alles klappte, starteten wir optimal in das Frühjahr. Siege in Hartberg und gegen Lustenau, dazu die Tabellenführung. Das verleiht schon Selbstvertrauen.“