Letztes Update am So, 15.04.2018 21:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Meister Salzburg schoss Admira in der Südstadt mit 6:2 ab

Indes holte sich Rapid Wien den höchsten Derbysieg seit 1981. Schwab, Murg, Schobesberger und Kvilitaia trafen für Rapid.

Vor rund 2.800 Zuschauern hielt Salzburg eindrucksvoll sein Versprechen, nach dem 4:1-Erfolg über Lazio voll konzentriert in das vergleichsweise unglamouröse Duell mit der Admira zu gehen.

© HANS PUNZVor rund 2.800 Zuschauern hielt Salzburg eindrucksvoll sein Versprechen, nach dem 4:1-Erfolg über Lazio voll konzentriert in das vergleichsweise unglamouröse Duell mit der Admira zu gehen.



Admira – Salzburg 2:6

Salzburg marschiert in der Fußball-Bundesliga unbeirrt in Richtung des fünften Titels en suite. Drei Tage nach dem historischen Halbfinaleinzug in der Europa League gaben sich die hocheffizienten „Bullen“ auch bei der Admira keine Blöße und siegten zum Abschluss der 30. Runde dank Fredrik Gulbrandsen (3., 57.), Hannes Wolf (22.), Enock Mwepu (36.) und Munas Dabbur (60., 82.) mit 6:2 (3:1).

Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Sturm Graz beträgt sechs Runden vor Schluss weiter acht Punkte. Für die Admira, für die Patrick Schmidt ebenfalls zweimal traf (33., 92.), bedeutete die vierte Niederlage in den jüngsten sechs Partien einen kleinen Rückschlag im Kampf um Platz vier. Dort liegt derzeit der LASK, der um fünf Zähler enteilt ist.

Vor rund 2.800 Zuschauern hielt Salzburg eindrucksvoll sein Versprechen, nach dem 4:1-Erfolg über Lazio voll konzentriert in das vergleichsweise unglamouröse Duell mit der Admira zu gehen. Rose rotierte kräftig, stellte seine Truppe im Vergleich zur Rom-Partie an sechs Positionen um: So kam Cican Stankovic für Goalie Alexander Walke, zudem rückten Innenverteidiger Marin Pongracic, Diadie Samassekou, Hannes Wolf, Startelfdebütant Mwepu und Gulbrandsen in die Startelf.

Letzterer war es auch, der den Torreigen kurz nach Beginn infolge eines Doppelpasses mit Mwepu eröffnete. Die Gäste dominierten, mussten aber weitere 20 Minuten warten, ehe Wolf nach Zusammenspiel mit Xaver Schlager mit der zweiten echten Chance auf 2:0 erhöhte. Die Admira durfte nach einen Kopfballtreffer von Schmidt kurz hoffen, spätestens aber mit dem 3:1 durch Mwepu war die Partie gelaufen. Für den 20-jährigen Teamstürmer Sambias war es das erste Tor im vierten Einsatz für die „Bullen“.

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In der zweiten Hälfte legten die vor dem Tor weiterhin gnadenlos agierenden Favoriten noch dreimal nach. Einzig Admira-Goalie Andreas Leitner stemmte sich gegen eine höhere Niederlage. In der 75. Minute entschärfte er einen Foulelfer von Dabbur, im Finish rettete er bei einem Wolf-Schuss aus Kurzdistanz (84.). In der Nachspielzeit nutzte Schmidt dann noch einen Schnitzer des eingewechselten Jerome Onguene, um seinen ersten Oberhaus-Doppelpack zu schnüren.

Austria – Rapid 0:4

Mit einem souveränen 4:0-(2:0)-Sieg im 326. Wiener Derby hat Rapid am Sonntag seinen Erfolgslauf fortgesetzt und einen weiteren Schritt Richtung Europacupplatz getan. Stephan Schwab (6.), Thomas Murg (42.), Philipp Schobesberger (51.) und Giorgi Kvilitaia (73.) sorgten in einer unterhaltsamen, schnellen Partie für den vierten Rapid-Sieg en suite und den höchsten grün-weißen Derbytriumph seit 1981.

Die Rapid-Spieler jubeln über einen klaren Sieg im Wiener Derby.
Die Rapid-Spieler jubeln über einen klaren Sieg im Wiener Derby.
- gepa

Am 28. März 1981 hatte Rapid im Hanappi-Stadion einen 5:1-Heimsieg gefeiert, für das bis Sonntag letzte derart klare Derby-Ergebnis hatte die Austria am 12. Juni 1993 beim 4:0-Erfolg im Praterstadion gesorgt. Rapid kletterte mit 52 Punkten wieder am LASK (51) vorbei auf Rang drei, hat aber weiterhin acht Zähler Rückstand auf Sturm Graz. Inklusive Cup-Achtelfinale haben die Hütteldorfer die Saison ohne Derbyniederlage überstanden und dabei alle drei Siege im Prater gefeiert. Auch für das Cup-Halbfinale am Mittwoch bei Sturm Graz bedeutete das Resultat eine ordentliche Moralinjektion.

Die gastgebende Austria hingegen schlitterte in die erste Heimniederlage unter Coach Thomas Letsch. In der sechs Spiele umfassenden Ära des Deutschen war es die insgesamt zweite Schlappe, Europa rückt in immer weitere Ferne: Sechs Runden vor dem Ende beträgt der Rückstand der Austria (39) auf die fünftplatzierte Admira sieben Punkte. Die Niederösterreicher empfingen ab 19.00 Uhr Meister Salzburg.

Letsch, der auf die gesperrten Stammkräfte Raphael Holzhauser und Tarkan Serbest verzichten musste, brachte mit Christoph Monschein, Ibrahim Alhassan, Venuto und David De Paula vier Neue, sein Rapid-Pendant Goran Djuricin setzte mit Mario Pavelic, Dejan Ljubicic, Veton Berisha auf drei frische Kräfte. Schobesberger wurde als Solo-Spitze aufgeboten.

Das auf absehbare Zeit letzte Derby im Happel-Stadion begann vor schütterer Kulisse von 11.267 Zuschauern mit viel Elan, vor allem aber ganz nach Geschmack der gut 3.000 Rapid-Fans. Mit einem wuchtigen Schuss aus rund 15 Metern schloss Schwab eine kurze Strafraumbelagerung in Grün-Weiß ab, bei der die Gegenspieler trotz mehrerer Möglichkeiten nie Zugriff auf den Ball bekamen.

Das aggressive Anfangspressing der Austria blieb somit unbelohnt, die „Veilchen“ machten aber auch nach dem 0:1 unbeirrt weiter und wären fast im Gegenzug zum Ausgleich gekommen: Felipe Pires verpasste das lange Eck nur hauchdünn (10.). Das Duell blieb schnell und spannend, beide Teams sorgten immer wieder für gefährliche Aktionen bzw. Abschlüsse.

Die um das spielerische Moment sehr bemühte Austria hatte etwa durch einen zu direkten Freistoß Thomas Salamons auf Richard Strebinger (18.) und einen Köpfler Alhassans über das Tor (31.) nennenswerte Chancen, bot Rapid mit seiner riskanten Spielweise aber immer wieder ideale Umschaltmomente. Die blieben wie beim zu zentralen Schobesberger-Köpfler (24.) vorerst aber ungenutzt, erst kurz vor der Pause war es wieder soweit: Nach Zuspiel von Schobesberger kam Salamon gegen Murg nicht in den Zweikampf, Letzterer schoss von der rechten Strafraumgrenze gefühlvoll zum 2:0 ein.

Die zweite Hälfte begann spiegelbildlich zur ersten. Wenige Minuten nach Wiederbeginn krönte Schobesberger seine wohl beste Vorstellung im Frühjahr nach Idealpass von Veton Berisha mit dem 3:0, die Partie war gelaufen. Die Austria bemühte sich sichtlich, das Gesicht zu wahren, hatte durch Pires und Dominik Fitz die Doppelchance auf das zwischenzeitliche 1:3, scheiterte aber jeweils an Strebinger (71.).

Anders Rapid: Zwar vergab Schobesberger nach gut einer Stunde gegen Pentz eine echte Topchance (62.), zehn Minuten später war dann aber der eingewechselte Kvilitaia nach Berishas Assist bei seiner ersten Ballberührung erfolgreich. Im Finish kam Altmeister Steffen Hofmann dann noch zu seinem wohl letzten Derbyeinsatz, aufseiten der Austria gab Mittelfeldmann Alexander Grünwald nach achteinhalb Monaten Verletzungspause sein Comeback.