Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.06.2018


Tiroler Landesliga

Tauber Kufsteins Held

In der Nachspielzeit sicherte Tormann Lukas Tauber mit seinem Treffer Kufstein II den Landesliga-Klassenerhalt. Axams muss eine Liga tiefer.

© MühlangerLukas Tauber sicherte mit seinem Tor den Klassenerhalt.



Von Thomas Mair

Kufstein, Axams – Es erinnerte an das Champions-League-Finale 1999, als Bayern München in der Überspielzeit einen 1:0-Vorsprung gegen Manchester United verspielte. Am Freitagabend drehte Kufstein II ein 0:1 ebenso nach der 90. Minute gegen Ebbs um und verhinderte dadurch den Abstieg in die Gebietsliga. Dass mit Lukas Tauber auch noch der Torhüter den entscheidenden Treffer erzielte, setzte dem Märchen in der Kufstein Arena die Krone auf.

„Ich bin seit 50 Jahren beim Fußball – es gibt immer wieder neue Geschichten“, meinte Kufsteins Sektionsleiter Friedl Schwaighofer. Der Doppelschlag von Marcel Schönauer (91.) und Lukas Tauber (94.) zum 2:1-Erfolg sicherte genau wie in Vorjahr den Klassenerhalt im letzten Abdruck. „Ich bin auf eigene Faust nach vorne gegangen und habe mit voller Entschlossenheit den Ball versenkt“, freute sich Tauber, der eigentlich Stammkeeper in der Westliga-Elf ist, über seinen Geniestreich: „Es war ein riesengroßes Glücksgefühl, das man nur im Fußball erleben kann.“ Beim Feiern habe sich der 24-jährige Baustoffverkäufer am Freitag zurückgehalten, weil er gestern arbeiten musste und Trainer Norbert Werndle verabschiedete sich in die Kur und räumt seinen Sessel für Markus Holzer.

Kufstein Glücks war gleichzeitig das Axamer Leid – die Mittelgebirgler müssen trotz eines 1:1-Remis gegen Meister Volders absteigen. „Sehr, sehr bitter“, kommentierten Obmann Michael Kirchmair und Noch-Trainer Gregor Brunner die Tatsache unisono, zumal die Partie durchaus zu ihren Gunsten ausfallen hätte können. Beide sprachen von „seltsamen Ereignissen“ bzw. „komischen Ergebnissen“ und stellten sich die Frage, ob alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Für Axams wird es nun schwierig, weil viele Spieler am Absprung sind. Kirchmair weiß das einzuschätzen: „Es is lei Fußball, es ist keiner gestorben.“ Zeit für einen Neubeginn mit Neo-Coach Harald Schroll.