Letztes Update am Fr, 15.06.2018 08:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM 2018

Portugal wittert Chance gegen Spanien, Rätselraten um Salah

Am zweiten Spieltag nimmt die Weltmeisterschaft in Russland so richtig Fahrt auf. Neben dem Topspiel der Gruppe B zwischen Portugal und Spanien steht ein Stürmerstar im Fokus.

© AFPMohamed Salah soll gegen Uruguay auf den Rasen zurückkehren.



Gruppe A: Uruguay - Ägypten14.00 Uhr

Im ersten Auftritt bei einer WM nach 28 Jahren Pause herrscht in Ägypten Ungewissheit. Spielt er oder spielt er nicht?, lautet die Frage beim Afrika-Cup-Rekordsieger vor dem ersten WM-Spiel in Russland. Erwartet wird, dass Mohamed Salah gegen Uruguay am Freitag (14.00 Uhr) in der Startelf fehlt. Die Südamerikaner setzen in der Jekaterinburg-Arena indes auf ihren Paradesturm.

In der vermeintlich leichtesten WM-Gruppe sind Russland und Saudi-Arabien die übrigen Kontrahenten. Uruguay gilt als Favorit auf Platz eins. Die Mannschaft von Langzeit-Teamchef Oscar Tabarez (seit 2006) vertraut auf eine bewährte Achse. Sie hat eine schier unüberwindbare Abwehr und mit Luis Suarez und Edinson Cavani zwei Weltklasse-Stürmer in ihren Reihen.

Ägyptens Coach Hector Cuper weiß um die Stärke des Gegners. „Aber unsere Spieler sind enthusiastisch und haben das Verlangen, alles zu geben“, betonte der Argentinier, der die Nordafrikaner zur ersten WM-Teilnahme seit 1990 geführt hat. Der letzte Test gelang nicht wirklich. Ohne den seit dem Champions-League-Finale an der linken Schulter verletzten Liverpool-Topstürmer Salah gab es ein 0:3 gegen Belgien. Beim 0:0 gegen Kolumbien und 1:1 gegen Kuwait blieb Ägypten ohne seinen Star offensiv ebenfalls mau.

Uruguays Hoffnungsträger: Die Stürmerstars Luis Suarez und Edinson Cavani.
- AFP

Gruppe B: Marokko - Iran 17.00 Uhr

Nach der schmerzhaften Wahl-Schlappe im Rennen um die Weltmeisterschaft 2026 wollen Marokkos Kicker ihre 35 Millionen Landsleute zumindest am grünen Rasen glücklich machen – dafür soll heute (17.00 Uhr) gegen den Iran der erste WM-Sieg seit 20 Jahren her. „Wenn wir schon nach der Vorrunde ausscheiden, wäre das eine riesige Enttäuschung“, sprach aus Trainer Herve Renard das Selbstvertauen einer starken Qualifikation. Eine Ansage, die mit Blick auf die weiteren Gegner in der Gruppe B – neben dem Iran noch Portugal und Spanien – durchaus optimistisch erscheint. Gegen den Iran befinden sich die Nordafrikaner heute aber definitiv in der Favoritenrolle.

Bei bislang vier WM-Teilnahmen feierte der Iran insgesamt nur einen Sieg und schaffte es nie in die K.o.-Runde. Winnie Schäfer, deutsche Trainer-Legende und aktuell Coach beim iranischen Spitzenclub Esteghlal Teheran, glaubt trotzdem an die Truppe des ehemaligen Real-Trainers Carlos Queiroz: „Sie haben keinen Überflieger, aber die Mentalität im Team ist sehr gut.“ Der portugiesische Coach bemühte den Pathos: „Die Augen von Millionen von Persern sind auf uns gerichtet

Gruppe B: Portugal - Spanien 20.00 Uhr

Das iberische Gruppe-B-Duell Spanien gegen Portugal ist am Freitag (20.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) das erste Highlight der WM. Hinter der Verfassung der Spanier steht nach dem Rauswurf von Trainer Julen Lopetegui ein großes Fragezeichen. Mit dem Basken blieb „La Roja“ in 20 Spielen unbesiegt. Europameister Portugal ist dagegen seit neun WM- und EM-Partien ungeschlagen.

Lopetegui wurde am Mittwoch von seinen Aufgaben entbunden, weil er ab der neuen Saison das Traineramt bei Champions-League-Sieger Real Madrid übernimmt. Verbandschef Luis Rubiales fühlte sich bei den Verhandlungen und beim Zeitpunkt der Veröffentlichung der prominenten Personalie übergangen. Die Spanier werden nun von Real-Legende Fernando Hierro, dem bisherigen Sportdirektor, betreut.

Bei Portugal dreht sich einmal mehr alles um Kapitän Cristiano Ronaldo.
- Reuters

Der Weltmeister von 2010 beschwört den Teamgeist. „Vereint wie noch nie. So stark wie immer“, twitterte der Verband (RFEF) am Donnerstag vor dem Abflug nach Sotschi. Viele Spieler wollten nach übereinstimmenden Medienberichten Lopetegui behalten. Er hatte Spanien zu einem der Topfavoriten geformt, die bisher letzte Niederlage kassierte das Team 2016 im EM-Viertelfinale gegen Italien noch unter Vorgänger Vicente del Bosque.

Im Gegensatz zu Spanien zählt Portugal trotz des vor zwei Jahren gewonnenen EM-Titels nicht zum engsten Favoritenkreis. Gegen einen möglicherweise angeschlagenen Gegner wittert man aber die Chance für einen Start nach Maß. Mit einem Sieg wäre der Einzug ins Achtelfinale angesichts der weiteren Gegner Marokko und Iran fast schon eine Formsache. „Wir werden dasselbe tun wie 2016: bis zum Ende kämpfen und sehen, was passiert“, kündigte Cristiano Ronaldo an.