Letztes Update am Mi, 11.07.2018 09:51

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM 2018

Was im Halbinfale für Kroatien und was für England spricht

Kroatien und England galten vor dem Turnier als Geheimfavoriten, beide haben dies bisher mehr als erwartet bestätigt. So kurz vor dem Ziel haben sie dann trotzdem was zu verlieren – aber doch auch sehr viel zu gewinnen.

© ReutersTiger Bartek durfte in einem russischen Zoo Tier-Orakel spielen und "entschied" sich für Kroatien.



DAS SPRICHT FÜR KROATIEN:

In Luka Modric hat das Team von Trainer Zlatko Dalic den vielleicht herausragenden Spieler dieser WM. Alle Angriffe laufen über den klugen und laufstarken Ballverteiler von Real Madrid, der mit Barcelona-Star Ivan Rakitic noch einen absoluten Weltklasse-Mann neben sich hat.

Im Angriff verfügt der WM-Dritte von 1998 über eine gute Mischung: den abgezockten früheren Bayern-Profi Mario Mandzukic, den wuchtigen Ante Rebic von Eintracht Frankfurt und den Hoffenheimer Andre Kramaric, der auf engstem Raum eine Lücke findet. In der Defensive sind Dejan Lovren (FC Liverpool) und Domagoj Vida (Besiktas Istanbul) zwei mit allen Wassern gewaschene Innenverteidiger.

DAS SPRICHT FÜR ENGLAND:

Die Engländer haben ihren Fußball überarbeitet, die Einflüsse ausländischer Top-Trainer wie Pep Guardiola oder Jürgen Klopp eingebunden. Sie haben viele kleine Blöcke in ihren Team, zuletzt standen je drei Spieler von Manchester City und Tottenham Hotspur sowie zwei von Manchester United in der Startelf. Und nach der Ära dominanter, aber erdrückender Leader wie John Terry, Steven Gerrard oder Frank Lampard stellen sie nun ein echtes Kollektiv.

Sie haben in Jordan Pickford endlich einen richtig guten Torhüter, in Harry Kane einen zuverlässigen Torjäger und sie können inzwischen sogar Elfmeterschießen und haben auch keine Angst mehr davor. Da sie erst eines bestreiten mussten, haben sie eine Verlängerung weniger in den Knochen als die Kroaten. Auch das sehen sie als großen Vorteil.

DIE BISHER WICHTIGSTEN DUELLE: 

Obwohl die Kroaten eine noch nicht einmal 30-jährige Verbandsgeschichte haben, sind beide Teams schon sieben Mal aufeinandergetroffen. Fünf Partien davon waren Pflichtspiele, aber noch keines fand bei einer WM statt. Bei einer EM-Endrunde begegneten sie sich nur 2004 am letzten Gruppenspieltag. Kroatien führte durch Niko Kovac, England gewann unter anderem durch zwei Tore von Wayne Rooney mit 4:2 und kam weiter. Je einmal verdarben sich beide Turnier-Teilnahmen. England verpasste durch ein 2:3 im letzten Gruppenspiel in Kroatien das Ticket für die EM 2008. Und verwehrte Kroatien zwei Jahre später durch ein 5:1 im direkten Vergleich im drittletzten Spiel und eine 0:1-Niederlage gegen Kroatiens Rivale Ukraine im vorletzten die WM-Teilnahme. (dpa)