Letztes Update am Mo, 23.07.2018 11:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nachruf

Sein Lachen wird fehlen: Tiroler Fußball trauert um Westerthaler

Zahlreiche Freunde und Weggefährten trauern um Christoph „Gischi“ Westerthaler, der am Freitag völlig überraschend in Horn verstarb.

© gepaChristoph Westerthaler wird den Tiroler Fußball-Fans als Frohnatur im Gedächtnis bleiben.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Die Todesnachricht von Christoph Westerthaler trifft die Tiroler Fußballszene mitten ins Herz. Der 53-Jährige verstarb am Freitag völlig überraschend in Horn. Das Mitgefühl gilt der Familie, die dem Silzer alles bedeutete. Mit Christoph Westerthaler, den alle nur Gischi nannten, verliert der Tiroler Fußball ein Original, einen Fachmann, der den Fußball in- und auswendig kannte, sowie einen stets liebenswerten Weggefährten, dessen Strahlen nicht aufgesetzt, sondern ehrlich und ansteckend war.

Gefürchtetes Torjägerduo beim FC Tirol – Gischi Westerthaler und Peter Pacult (links).
- Zoller

Der gebürtige Silzer zählte in den 1990er-Jahren zu den besten Torjägern der Bundesliga. Mit dem FC Tirol feierte er je zwei Meistertitel (1989, 1990) und Pokalsiege (1989, 1993). 1992 wurde Westerthaler Torschützenkönig. Mit 131 Treffern rangiert er als bester Tiroler an siebter Stelle der „ewigen“ Torjägerliste Österreichs. Nach der aktiven Karriere mit Stationen beim FC Tirol, dem LASK, Vorwärts Steyr, Apoel Nikosia, Eintracht Frankfurt und Osnabrück wechselte er auf die Betreuerbank. Angefangen als Co-Trainer von Helmut Kraft beim FC Wacker Tirol und seit 2011 in verschiedensten Positionen beim SV Horn. Zuletzt wagte er sogar einen Abstecher nach China.

„Lieber Gischi, ruhe in Frieden. Unser ehemaliger Stürmer, Mannschaftskamerad, Co-Trainer und Freund verstirbt unerwartet und viel, viel zu früh. Das gesamte Mitgefühl der Wackerfamilie ist bei deiner Familie“, verkündete der FC Wacker auf seiner Homepage. Ehemalige Mitspieler, Freunde und Weggefährten traf die Todesnachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Unfassbar. Vor zwei Wochen habe ich in Wien noch Golf mit ihm gespielt. Ich will und kann es nicht glauben. Der Gischi war über all die gemeinsamen Jahre ein guter Freund“, rang Michael Streiter nach Worten. „Wir haben so viel zusammen erlebt, so oft zusammen gelacht, und plötzlich kommt die Nachricht, dass dieser Mensch nicht mehr lebt. Das tut richtig weh und da fällt alles andere zur Seite“, war auch FCW-Manager Alfred Hörtnagl völlig perplex. „Bitter. Der Gischi wird mir fehlen, weil er einfach ein lässiger Hegl war. Seine Lockerheit, sein Schalk, seine positive Einstellung und Ausstrahlung durfte ich während meiner Zeit beim FC Tirol und auch danach miterleben“, trauert auch Michael Baur.

Gemeinsame erfolgreiche Jahre verbrachten Michael Streiter und Gischi Westerthaler auf der Horner Betreuerbank.
- gepa

Helmut Kraft lernte Christoph Westerthaler als Co-Trainer beim FC Wacker Tirol von 2002 bis 2004 schätzen. „Die Nachricht von seinem Tod hat mich voll erwischt. Wir haben damals viel Zeit miteinander verbracht und verloren uns danach auch nicht aus den Augen. Er war im wahrsten Sinn des Wortes ein Sonnyboy in allen Lebenslagen.“ Wacker-Präsident Gerhard Stocker trauert um einen „durch und durch positiven Menschen“, der erst vor Kurzem nach dem China-Engagement in der Wacker-Geschäftsstelle vorbeischaute und positiv in die Zukunft blickte.

Den Gischi nicht mehr in der Fußballszene anzutreffen, tut weh, seine liebens­werte Art in diesem „Geschäft“ wird fehlen, sein strahlendes Lachen erst recht.

Von 2003 bis 2005 war Westerthaler unter Präsident Stocker und Chefcoach Kraft beim FC Wacker Tirol Co-Trainer.
- Zoller