Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Bundesliga

Eler brennt auf Comeback im Wacker-Trikot

Wacker-Rückkehrer Patrik Eler hat die Leidenszeit in der zweiten französischen Liga beim AS Nancy abgehakt und den Muskelfaserriss im Oberschenkel auskuriert. Für Altach ist der 27-Jährige schon ein Thema.

© gepaGlänzte in seiner ersten Innsbruck-Zeit als Torjäger: Partik Eler.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Gestern wieselte der komplette Wacker-Kader beim Training über den Rasen. 20 Feldspieler sowie die Goalies Christopher Knett, Lukas Wedl und Hidajet Hankic. Mitten im Geschehen auch der Rückkehrer aus Frankreich und der letzte Neuzugang aus der Türkei. Da trafen also der Slowene Patrik Eler und der Senegalese Cheikhou Dieng erstmals aufeinander. War die Einheit unter dem Betreuerduo Karl Daxbacher und Flo Schwarz für den 24-jährigen Afrikaner Neuland, sah man Eler an, dass er nahtlos dort anschließen will, wo er seine größten Erfolge feierte – mit Volltreffern in der Offensivabteilung des FC Wacker.

Der Torjäger, der sich vor einem Jahr mit den Trophäen für den besten Spieler und Torschützenkönig der Sky Go Erste Liga nach Frankreich verabschiedete, ist froh, die Zeit beim AS Nancy hinter sich zu haben. „Mehrere Trainer, kein Erfolg, Verletzungen und letztlich auch keine Spielpraxis“ – für den Slowenen war der Abstecher in die zweite französische Liga verlorene Zeit. Für den FC Wacker nicht, denn die Schwarzgrünen kassierten in zwei Tranchen über 600.000 Euro Ablöse und landeten zudem mit der ablösefreien Verpflichtung von „Nachfolger“ Zlatko Dedic auch sportlich einen Volltreffer.

Mittlerweile stehen nach Elers leihweiser Rückholaktion beide Slowenen in Innsbruck unter Vertrag und könnten am kommenden Samstag in Altach auch erstmals auf dem FCW-Spielebericht stehen. Denn Eler, der sich in der Vorbereitung einen Muselfaserriss im Oberschenkel zuzog, absolvierte gestern problemlos das Mannschaftstraining. Da haben Athletiktrainer Daniel Wilson, Physiotherapeut Maximilian Schweiger und Masseur Patrick Bernhaupt offensichtlich ganze Arbeit geleistet. „Ich bin endlich wieder fit“, kann es der Vollblutstürmer kaum erwarten, sein Ligadebüt im Wacker-Dress zu feiern. „Ob ich schon am Samstag meine ersten Einsatzminuten bekomme, hängt natürlich ganz vom Trainer ab, aber ich wäre bereit“, so Eler, dem von seiner Zeit in Frankreich auch das kleine Trainingspensum in Erinnerung blieb: „Nur drei oder vier Einheiten pro Woche. Das hat mich überrascht, war ich vom FC Wacker anders gewohnt.“ Über persönliche Erwartungen und Ziele hält sich der 27-Jährige zurück. Was zum einen typisch für den eher introvertierten Stürmer ist, aber auch mit der Leidenszeit der jüngsten Vergangenheit zu tun hat: „Das Wichtigste ist, dass ich der Mannschaft helfen kann. Schließlich soll der FC Wacker auch in der nächsten Saison in der tipico Bundesliga spielen.“

Der Trainer beobachtete das intensive Treiben auf dem Wacker-Trainingsplatz mit Wohlgefallen. „Alle sind fit und hungrig auf die ersten Punkte, das ist ein gutes Zeichen“, so Daxbacher, für den Eler offensichtlich ein Thema für Altach ist: „Man muss die Woche noch abwarten, aber wenn er fit bleibt, ist er eine Kaderüberlegung für Altach. Aber man muss schon auch bedenken, dass er sehr lange keine Spielpraxis mehr aufzuweisen hat.“

FCW-Neuzugang Cheikhou Dieng, der die Offensive des FC Wacker nicht nur breiter machen, sondern auch verstärken soll, legte sich gestern ebenfalls voll ambitioniert ins Trainingszeug. Diese Woche werden die erforderlichen „Papiere“ für einen Bundesligaeinsatz aber wohl noch nicht eintreffen.