Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.08.2018


Bundesliga

In Altach wartet der „Gschnitzte“ aus Weerberg

Beim Bundesliga-Gastspiel in Altach (morgen, 17 Uhr) trifft der FC Wacker mit Hannes Aigner auf einen, den sie dort „Fußballgott“ rufen.

© gepaAbsoluter Leithammel - beim SCR Altach hängen sich seit Jahren alle gerne an Hannes ?Aigi? Aigner dran - warum soll es dem Naviser Christian Gebauer (l.) da anders gehen?



Von Alex Gruber

Innsbruck, Altach – Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber Ex-Wackerianer Hannes Aigner ist nach drei Saisontreffern in den ersten beiden Bundesliga-Runden in aller Munde. Der 37-jährige Sturmtank, der dank goldener Gene offenbar kein Ablaufdatum kennt, bereichert die Liste seiner ohnehin schon sehr langen Annalen.

Beim ISK wurde Aigner groß.
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„Ich kann’s mir auch nicht erklären und denk’ nicht zu viel nach“, sagt der „gschnitzte“ Weerberger, den viele in seinen Anfangsjahren nur müde belächelt haben, die im Karriereherbst aber einfach nur noch den Hut ziehen sollten. „Er ist in Altach eine Legende. Wenn der Sprecher vor dem Match seinen Namen ruft, kommt ein ‚Fußballgott‘ der Fans hinterher“, weiß der Tiroler Christian Schöpf, seit langen Jahren in Trainer-Diensten der Altach Amateure, aus dem Ländle zu berichten. Aigner hat beim SCR seit Sommer 2012 mit Rainer Scharinger (GER), Damir Canadi, Martin Scherb, Klaus Schmidt und jetzt Werner Grabherr schon fünf Trainer erlebt. Dem aktuellen, der fünf Jahre jünger ist, zollt er größten Respekt: „Wir kennen uns schon lange. Und wir werden sehen, ob ich gegen Wacker in der Startelf stehe oder von der Bank komme. Ich bin so oder so bereit.“

Mit General Manager Ali Hörtnagl fightete Aigner im Wacker-Dress im Strafraum.
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Nach seinem Ausgleichstreffer bei Rapid lachte der „Aigi“ zuletzt live aus dem ORF-Studio und sah aus wie ein 18-jähriger Jungspund. „Da haben sie mich aber ordentlich geschminkt“, lacht der Mann, der in den Zweikämpfen keine Gnade kennt und den russischen Teamchef Stani Tschertschessow als Förderer nennt. Es werden sich in jedem Fall genügend Familienmitglieder und Freunde morgen aufmachen, um ihm nach einigen Jahren bei einem weiteren Bundesliga-Duell gegen den FCW (wie früher im Dress der Austria) auf die Beine zu sehen: „Es waren viele Kartenwünsche gefragt.“

Der FC Wacker Innsbruck sucht in Person von Cheftrainer Karl Daxbacher ein Gegenmittel, um den Vorwärtsdrang der Altacher zu stoppen. Variabilität ist gefragt, zumal die Vorarlberger in den ersten beiden Runden ihr System tauschten. Beim 1:1 gegen Rapid funktionierte ein 3-5-2 ganz gut. Angesprochen auf die Personalie Hannes Aigner zollt auch Daxbacher allergrößten Respekt: „Es ist absolut beeindruckend, was er mit 37 Jahren als Stürmer leistet. Ich kann mir vorstellen, dass er zuhause gegen uns beginnt. Es hat alles Hand und Fuß, was er macht. Und er weiß, wie er spielen muss“, attestiert Sir Karl dem Mittelstürmer das Prädikat „super Bursch“, den es zu stoppen gilt.

Auch für die Wiener Austria netzte Aigner ein.
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