Letztes Update am Sa, 11.08.2018 10:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Der FC Wacker will heute mit allen Mitteln endlich anschreiben

Nach zwei Auftaktniederlagen hat sich der FC Wacker im heutigen kleinen Westderby beim SCR Altach fest vorgenommen, die Null am Punktekonto zu löschen. Rückkehrer Patrik Eler steht erstmals im Kader.

© gepaAuf ein Erfolgserlebnis in der Cashpoint-Arena eingeschworen – der FC Wacker will in der dritten Runde endlich punkten.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Kompakt stehen, dem Gegner keine Räume lassen, Angriffe sauber fertig spielen und endlich punkten – damit sind die Vorsätze des FC Wacker im kleinen Westderby in der Altacher Cashpoint Arena (17 Uhr) auf den Punkt gebracht. Der schwarzgrüne Arbeitstag beginnt heute um 8.30 Uhr mit der Abfahrt und soll noch vor Mitternacht beim Tivoli mit Punkten im Gepäck enden. Denn nach den beiden Auftaktniederlagen bei der Austria und gegen Sturm ist beim Aufsteiger „Endlich anschreibe­n“ – und zwar mit allen Mitteln – angesagt.

Daxbacher erwartet eine schwere Partie

Einige Wettquoten sprechen allerdings klar gegen die Tiroler: 1,85 für Altach-Sieg, 3,10 für Remis, 3,30 für einen Wacker-Sieg. Zahlen, die von den Schwarzgrünen mit einem ebenso couragierten wie konzentrierten Auftritt widerlegt werden sollen. Schließlich hat Trainer Karl Daxbacher bis auf den noch nicht spielberechtigten Cheikhou Dieng den kompletten Kader zur Verfügung. Auch „Rückkehrer“ Patrik Eler steht nach auskuriertem Muskelfaserriss auf dem Spielbericht.

Man muss ihn so attackieren, wie er selbst attackiert.“
Martin Harrer über den Altacher Torjäger Hannes Aigner

Der Vorsatz, endlich zu punkten, ist groß, der Respekt vor Altach ebenso. „Sie haben den Anspruch, im oberen Play-off zu spielen. Uns erwartet eine schwere Partie gegen eine routinierte, eingespielte Mannschaft“, ist sich Daxbacher bewusst, dass es nur mit taktischer Disziplin und einer kompakten Mannschaftsleistung möglich ist, in Altach mit den beiden Tiroler Offensivkräften Hannes Aigne­r und Christian Gebauer zu bestehen.

Wenn einer weiß, wie schwer es ist, gegen Altach zu spielen, dann ist das Martin Harrer. Schließlich absolvierte der 26-jährige Steirer 77 Liga­spiele für die Vorarlberger. Das Mittel gegen den Weerberger Torjäge­r Hannes Aigner hat der Voitsberger auch schon parat: „Er spielt immer mit vollem Einsatz und hat auch die Ruhe im Strafraum. Man muss ihn so attackieren, wie er selbst attackiert.“ Harrer hat sich mit dem Doppelpack gegen Sturm für einen Start in der Anfangself empfohlen. „Wenn man einen Platz für ihn sucht, dann findet man ihn auch“, schmunzelte Daxbacher, der sich gestern weder Aufstellung noch Taktik entlocken ließ.

Duell zwischen jüngstem und ältestem Trainer

Vor dem Westderby „kribbelte“ es natürlich auch bei Altach-Coach Werner Grabherr unabhängig von der Tabellensituation: „Derby ist Derby. Sie sind mit zwei Niederlagen gestartet. Das hinterlässt Spuren, auch wenn es gegen Mannschaften wie Austria Wien und Sturm Graz war“, hoffte der 32-Jährige auf verunsicherte Gäste. Dass es gegen Karl Daxbacher (65) zum Duell zwischen dem jüngsten und ältesten Betreue­r kommt, spielte für Altachs Neo-Coach keine Rolle. „Er hat viel Erfahrung, aber wir werden uns hoffentlich nicht überraschen lassen.“

Roli Kirchler (r.) traf 2008 für Altach gegen den FC Wacker.
- gepa

Generell liege der Fokus auf der eigenen Leistung und der Entwicklung der Mannschaft. Mit dem ersten Dreier soll der nächste Schritt gelingen. „Wir haben vieles umgekrempelt. Es sind Dinge, die kommen Woche für Woche besser in Fahrt.“ Den Gegner erwartete Grabherr nach fünf Gegentoren in den ersten zwei Runden zurückhaltend: „Sie werden es defensiver anlegen.“ Damit wird er wohl Recht behalten. Denn die Null soll so lange wie möglich stehen. Dann ist die Chance groß, dass endlich Zählbares auf dem Punkte­konto der Schwarzgrünen verbucht werden kann.

Letztes Duell vor zehn Jahren

Kaum zu glauben, aber das letzte kleine Erstliga-Westderby zwischen dem FC Wacker und Altach fand vor über zehn Jahren statt. 7000 Zuschauer verfolgten am 15. März 2008 ein für die Schwarzgrünen enttäuschendes 1:1 im Tivolistadion. Pikant, dass ausgerechnet Roli Kirchler die Vorarlberger in Führung schoss, Andi Hölzl fixierte den 1:1-Endstand. Für die Tiroler – in der Aufstellung mit Pavlovic; Mimm, Feldhofer (76. Knabel), Madl, Schrott (68. Windisch); Hölzl, Lindström, Hattenberger, Kolousek, Schreter (82. Aganun); Orosz – zu wenig, am Ende der Saison 2007/08 erfolgte mit nur 29 Punkten nach 36 Runden der bittere Weg zurück in die Zweitklassigkeit.




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