Letztes Update am So, 12.08.2018 12:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball

Effenberg zum Özil-Rücktritt: ,,Dazu hätte ich ihm auch geraten“

Der deutsche Ex-Fußballprofi Stefan Effenberg äußert sich in einem Interview mit der Bild-Zeitung zu Mesut Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft und zu Ilkay Gündogans möglicher Berufung zum ersten Spiel nach der WM.

© dpaDer deutsche Ex-Fußballprofi Stefan Effenberg.



Berlin – Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg hat Verständnis für den Rücktritt von Mesut Özil aus dem DFB-Team. „Dazu hätte ich ihm auch geraten. Fußball muss dem Spieler einfach Spaß machen. Das wäre im Fall Özil nicht mehr möglich gewesen“, sagte der frühere Kapitän des FC Bayern München in der „Bild am Sonntag“.

Zugleich wiederholte der 50-Jährige noch einmal, dass er Özil wegen dessen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht zur WM nach Russland mitgenommen hätte. „Es hat zu viel Unruhe gegeben“, meinte Effenberg, der vom kommenden Sonntag an in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ als Experte auftritt.

„Deutsche stürzten Stars gern vom Himmel in die Hölle“

Auch Özils Nationalmannschafts-Kollege Ilkay Gündogan hatte sich mit Erdogan kurz vor der WM-Nominierung im Mai ablichten lassen. Er sei gespannt, sagte Effenberg, „wie Ilkay Gündogan beim nächsten Länderspiel empfangen wird. Die Deutschen stürzen Stars gerne vom Himmel in die Hölle.“

Die beiden England-Profis vom FC Arsenal und Manchester City wurden wegen der Bilder heftig kritisiert. Während Gündogan noch vor der WM Stellung bezog, schwieg Özil zunächst. Erst drei Wochen nach dem Vorrunden-Aus erklärte sich der Mittelfeldspieler Ende Juli via sozialer Medien und verband seinen Rücktrittt mit heftigen Vorwürfen gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB), dessen Chef Reinhard Grindel, deutsche Medien und einen DFB-Sponsor. Er verspüre das „Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit“, schrieb er. (dpa)