Letztes Update am Mo, 01.10.2018 09:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Dem FC Wacker bleiben nur Durchhalteparolen

Eine Rote Karte nach 57 Sekunden, ein verschossener Elfmeter eines verhinderten Torjägers und ein Gegentor aus einem direkten Eckball: Der Querlauf des FC Wacker setzte sich beim 1:2 in Mattersburg fort.

© gepaZehn Minuten vor Spielende senkte sich ein direkter Eckball ins Wacker-Tor. Goalie Christopher Knett sah da nicht gut aus.



Aus Mattersburg: Tobias Waidhofer

Mattersburg — Ein direkt verwandelter Eckball von Ex-Wacker-Kicker Rene Renner war bei der 1:2-Niederlage des FC Wacker in Mattersburg der letzte Nagel im schwarzgrünen Sarg. Und so wie das Match endete — nämlich mit einem Schlag in die Magengrube —, hatte das Spiel bereits begonnen:

Nach 57 Sekunden stoppte Stefan Meusburger den davoneilenden Martin Pusic per Notbremse, Schiri Dieter Muckenhammer blieb nichts anderes übrig, als ihm die Rote Karte zu zeigen. In der Folge hatte Wacker Glück, dass es keine doppelte kalte Dusche setzte: Denn beim daraus resultierenden Freistoß traf Mattersburgs Jano den Pfosten. Es war ein Start, wie ihn sich die Innsbrucker genau nicht vorgestellt hatten. „Es ist einfach bitter", seufzte Kapitän Roman Kerschbaum, der über fast 90 Minuten in der Innenverteidigung seinen Mann stehen musste.

Nach der frühen Roten Karte wurden die Burgenländer vor allem über die rechte Seite der Innsbrucker, wo Hupfauf überraschend den Vorzug vor Schimpelsberger erhalten hatte, gefährlich. Die Innsbrucker setzten nur vereinzelte Nadelstiche in der Offensive. Dann traf Alois Höller im Strafraum ein Schuss von Gabriele an der Hand: Doch der Strafstoß von Eler nach einer halben Stunde war zu hoch angesetzt. Der nächste Schock, von dem sich die Tiroler erholen mussten.

Der zweite Durchgang begann dann mit einem Moment, bei dem einem das Wort „ausgerechnet" auf den Lippen lag: Andreas Gruber setzte sich durch, seine Hereingabe verwertete der Ex-Innsbrucker Rene Renner zum 1:0 (49. ).

Doch quasi im Gegenzug gab es wieder Elfmeter für die Tiroler, weil Renner nach einer starken Kombination einen Eler-Abschluss an die Hand bekam — Ilkay Durmus traf zum 1:1 (52 Minute).

"Dürfen uns nicht verrückt machen lassen"

Die Burgenländer behielten das Heft in der Hand, allerdings ohne richtig gefährlich zu werden. „Wir haben nicht viel zugelassen, können uns wenig vorwerfen", meinte auch Kerschbaum nach dem Abpfiff. Die Daxbacher-Truppe trachtete nach dem Auswärts-Punkt und stellte Offensiv-Bemühungen quasi ein. Das schien zu klappen, aber nur bis erneut Rene Renner traf — und zwar mit einem direkt verwandelten Eckball in der 80. Minute, bei dem Goalie Knett nicht gut aussah. Die letzte Chance auf den Ausgleich ließ Albert Vallci in der 90. Minute liegen. „Die Mannschaft hat viel investiert, es sollte nicht sein", schüttelte Präsident Gerhard Stocker den Kopf. Trainer Karl Daxbacher befürchtete nach dem frühen Ausschluss „Wildes, aber die Mannschaft hat gefightet. Es passt im Moment alles zusammen." Was bleibt, sind Durchhalteparolen: „Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen."

In der Meisterschaft warten jetzt der LASK und Salzburg, das Los im Achtelfinale des ÖFB-Cups bescherte Wacker eine Fahrt nach Hartberg...