Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.10.2018


Bundesliga

Die Trainer-Frage wird beim FC Wacker noch nicht gestellt

Nach den drei Niederlagen gegen Wolfsberg, Admira und Mattersburg steckt der FC Wacker in der Krise.

© fcwNicht nervös werden, zusammenrücken, analysieren und vieles besser machen lautet das Motto von Wacker-Präsident Gerhard Stocker (l.), Trainer Karl Daxbacher (Mitte) und General Manager Alfred Hörtnagl.Fotos: FCW, APA



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Mit dem Triple gegen die Konkurrenten auf Augenhöhe – Wolfsberg, Admira und Mattersburg – wollten sich die Schwarzgrünen aus dem unteren Viertel der Zwölferliga verabschieden. Mittlerweile ist der FC Wacker Vorletzter, nur noch einen Punkt vor Schlusslicht Altach. Sechs Punkte nach neun Runden lautet die ernüchternde Bilanz. Dass Rekordmeister Rapid nur drei Zähler vor den Tirolern liegt, ist ein schwacher Trost. Zogen die Hütteldorfer mit der Beurlaubung von Trainer Goran Djuricin die Reißleine, ist diese Variante beim FC Wacker noch kein Thema.

„Definitiv nicht. Zusammenrücken und nicht auseinanderdividieren lassen. Die Lage ist enttäuschend, das ist uns klar. Das werden wir analysieren und Fehler ansprechen“, erstickt Präsident Gerhard Stocker aufkommende Spekulationen um seinen Cheftrainer im Keim. Eine penible Aufarbeitung ist schon gefragt: „Denn Serien, egal in welche Richtung, basieren im Fußball nicht nur auf den Faktoren Glück oder Pech.“

Die perfekte Überleitung zur bitteren 1:2-Niederlage in Mattersburg. „Die Burschen haben sich in Unterzahl in den Gegner verbissen. Aber letztlich hat es wieder nicht gereicht“, ärgerte sich auch General Manager Alfred Hörtnagl über den Spielfilm im Pappel-Stadion: „Schuldzuweisungen bringen nichts. Zusammenrücken und ein Erfolgserlebnis erzwingen, lautet die Devise.“

Fakt war in Mattersburg einmal mehr, dass sich der FC Wacker durch Aussetzer – Notbremse von Stefan Meusburger, verschossener Elfer von Patrik Eler und der Patzer von Christopher Knett nach Ecke von René Renner – um die Früchte harter Arbeit brachte. Das sah auch der Trainer so: „Zeitweise glaubt man an der Seitenlinie wirklich, man ist im falschen Film. Trotz allem, auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, kann ich keine großen Vorwürfe machen. Die haben zu zehnt gefightet bis zum Umfallen und dann schaut halt wieder nichts heraus.“ Lamentieren ist nicht die Sache von Karl Daxbacher, die Niederlagen schön reden erst recht nicht: „Die Lage ist, wie sie eben ist und der müssen wir uns professionell stellen.“

Was in den kommenden Wochen schwer genug wird. Erstens, weil der Verletzungsteufel wieder wütet. Dominik Baumgartner und Zlatko Dedic waren schon vor dem Mattersburg-Gastspiel außer Gefecht, im Abschlusstraining erwischte es auch noch Christoph Freitag (Muskelfaserriss). Stefan Rakowitz macht eine Zehenentzündung zu schaffen und Meusburger fasste eine Sperre von einem Pflichtspiel aus. Zweitens ist das kommende Programm ohnehin schwer genug. LASK, Tabellenführer Salzburg und Vizemeister Sturm Graz sind die nächsten Aufgaben in der tipico Bundesliga. Die Auslosung für das Pokalachtelfinale passte zum gegenwärtigen Wacker-Lauf: Nach den Wiener Linien und Neusiedl müssen die Tiroler mit der Partie in Hartberg wieder Kilometer fressen. „Zum Glück haben wir einen guten Busfahrer“, rang sich Daxbacher einen Schmunzler ab.