Letztes Update am So, 07.10.2018 22:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Befreiungsschlag! Wacker gewann gegen den LASK knapp 1:0

Aufatmen beim FC Wacker Innsbruck nach dem 1:0-Heimerfolg vor 3873 Zuschauern im Tivolistadion gegen den favorisierten LASK.

© gepaDieng (l.) erlöste den FC Wacker mit seinem Siegtreffer.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — Der Schlusspfiff ließ im Tivoli lange auf sich warten, doch dann war der Jubel umso größer — 3873 Zuschauer feierten den 1:0-Heimsieg gegen den LASK euphorisch. „Die Erleichterung ist riesig, ganz wichtige drei Punkte, denn das kommende Programm wird bekanntlich nicht leichter", freute sich FCW-Abwehrchef Matthias Maak über die heißersehnte Trendwende, die mit einem Kraftakt gegen die starken Linzer förmlich erzwungen wurde. Die rote Laterne hängt jetzt in der Südstadt bei der Admira, die Tiroler verbesserten sich auf den zehnten Tabellenplatz. Zum ersten Mal in der laufenden Saison überstand der Aufsteiger eine Liga­begegnung ohne Gegentreffer, rund um das Tivoli wurde kräftig durchgeatmet.

„Wir haben schon weitaus bessere Spiele abgeliefert und standen dann mit leeren Händen da. Im Fußball kann halt auch manchmal die klar unterlegene Mannschaft gewinnen", schmunzelte Trainer Karl Daxbacher nach dem dritten Saisonsieg. 66 Prozent Ballbesitz und 14:2 Ecken standen nach 95 Minuten für die Athletiker zu Buche, doch die drei Punkte blieben im Tivoli. „Wir waren die aktivere Mannschaft und klar besser. Die Tiroler wissen wahrscheinlich selbst nicht, wie dieses Spiel gewonnen wurde", ärgerte sich LASK-Profi Christian Ramsebner. Einspruch Maak: „Wir haben gewonnen, weil wir ein Tor geschossen haben und der LASK eben keines." Und eben dieses entscheidende Tor verursachte Ramsebner mit einem Aussetzer, den Cheikhou Dieng gedankenschnell zum Siegestor nützte. „In der derzeitigen Situation ist dieses Erfolgserlebnis enorm wichtig für die ganze Mannschaft", meinte der 24-jährige Senegalese, der so wie seine Mitspieler ein großes Laufpensum abspulte.

"Ich wurde in der Pause richtig laut"

Nachdem Altach am Samstag die Austria bezwungen hatte, begannen die Schwarzgrünen als Letzter die Partie gegen die favorisierten Athletiker und machten das, was man in so einer Situation tun muss — Beton anrühren. Daxbacher setzte auf eine Fünfer-Abwehrkette mit drei Innenverteidigern, wobei Manuel Maranda und Lukas Hupfauf ihre Sache an der Seite von Maak staubtrocken und gut erledigten. In der ersten Halbzeit stand zwar die Null, doch offensiv lief bei den Hausherren überhaupt nichts. Der LASK hatte das Zepter fest in der Hand. Was Daxbacher so überhaupt nicht gefiel. „Daher wurde ich in der Pause richtig laut", gab er nach dem Spiel auch zu. Die klare Ansprache erfüllte ihren Zweck. Nach dem Wechsel gingen die Tiroler aggressiver ans Werk, es entwickelte sich ein heißumkämpfter Schlagabtausch. Nachdem Zlatko Dedic für den ausgelaugten Patrik Eler eingewechselt wurde, ging ein zusätzlicher Ruck durch die Mannschaft.

Bei den Linzern kam Ex-Wacker-Profi Flo Jamnig in der 81. Minute auf das Feld und der Mieminger vergab dann in der Nachspielzeit auch die letzte Chance der Oberösterreicher. Was auch bei Christopher Knett für Erleichterung sorgte. „Dieser Sieg ist extrem wichtig vor der Länderspielpause", atmete der FCW-Goalie einmal tief durch und hatte auch gleich eine Erklärung parat: „Das hat wahrscheinlich mit meinen roten Nuller-Schuhen, die ich in der Aufstiegssaison benutzte, zu tun. Die werde ich jetzt wieder öfter anziehen."

Was bisher nur der Meister und überlegene Tabellenführer schaffte, nämlich den LASK zu schlagen, gelang am Sonntag auch dem FC Wacker. Nach acht Spielen mit sechs Siegen setzte es für die Oberösterreicher im Tivoli wieder eine Niederlage. „Es gibt so Spiele, in denen das Tor wie vernagelt ist und der Gegner mit einer Aktion gewinnt", brachte LASK-Coach Oliver Glasner den 1:0-Erfolg des FC Wacker auf den Punkt.

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