Letztes Update am So, 07.10.2018 19:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Rapid bezwingt Mattersburg, Salzburg gewinnt auch in Graz

Dietmar Kühbauer feierte seinen ersten Sieg als Rapid-Trainer, Meister Salzburg geht in mit neun Punkte Vorsprung in die Länderspielpause.

© APADurfte über den ersten Sieg als Rapid-Coach jublen: Dietmar Kühbauer.



Sturm – Salzburg 1:2

Titelverteidiger Salzburg hat auch das zehnte Saisonspiel der Fußball-Bundesliga gewonnen und seine Rekordserie weiter ausgebaut. Am Sonntag feierte eine stark veränderte „Bullen-Elf“ bei Vizemeister Sturm Graz einen 2:1(1:1)-Arbeitssieg und baute ihre Führung an der Tabellenspitze auf neun Punkte aus.

Fredrik Gulbrandsen (28.) brachte die vor der Pause haushoch überlegenen Gäste in Führung, der unerwartete Anschlusstreffer durch Peter Zulj (43.) sorgte aber wieder für Spannung. Im Endeffekt musste Salzburg trotz neuerlicher Führung durch Stefan Lainer (53.) froh sein, wieder drei Punkte geholt zu haben. Sturm belohnte sich für die Leistungssteigerung nicht, kassierte die zweite Niederlage in den jüngsten drei Partien. Die Steirer sind weiterhin Sechste.

Marco Rose kreuzte vor 11.147 Zuschauern in der Merkur-Arena mit einer völlig umgekrempelten Startelf auf, in der lediglich vier Spieler der 3:1-Gala gegen Celtic Glasgow standen. Neben Goalie Cican Stankovic rückten auch Jasper Van der Werff, Zlatko Junuzovic, Enock Mwepu, Patson Daka, Smail Prevljak und Fredrik Gulbrandsen in die 4-3-3-Grundformation. Sturm-Coach Heiko Vogel setzte auf eine Dreierkette und ließ mit Markus Punk, Philipp Hosiner, Philipp Grozurek und Emeka Eze alle vier Stürmer auf der Bank.

Salzburg war dann auch das klar tonangebende Team, das vor allem über die Seiten viel Druck machte. Vorerst ließ Gulbrandsen aber zwei gute Chancen aus: Erst rollte er den Ball nach Daka-Stanglpass aus Kurzdistanz aufs halbleere Tor, Goalie Jörg Siebenhandl konnte eingreifen (6.). Zehn Minuten später verzog der Norweger aus guter Position. Beim dritten Versuch ließ er es aber „klingeln“, schoss das Spielgerät nach Vorlage von Junuzovic satt ins lange Kreuzeck.

Sturm brachte in der Offensive, von einem unsauberen Abschluss Fabian Kochs abgesehen (12.), wenig zuwege. Dem hohen Pressing der Salzburger hatte man nichts entgegenzusetzen, in den Angriffsaktionen zeigte man sich mutlos und wies zu wenig Passqualität auf. Der Ausgleich kurz vor der Pause kam quasi aus dem Nichts: Nach einem Daka-Foul kurz vor dem Strafraum knallte Zulj den Ball aus 18 Metern via Innenlatte unhaltbar für Stankovic zum 1:1 in die Maschen.

Der unerwartete Treffer ließ Sturm zwar sichtlich selbstbewusster aus der Kabine kommen. Just in die gute Anfangsphase der „Blackys“ fiel aber der neuerliche Führungstreffer der Gäste durch Lainer, dessen Kopfball-Bogenlampe über den nicht ganz schuldlosen Siebenhandl ins Tor fiel. Graz behielt kühlen Kopf, Otar Kiteishvili zwang Stankovic von der linken Seite zur Parade (59.). Die Partie blieb offen, Vogel verstärkte die Offensive mit Pink (62.) und Eze (73.).

Die beste Chancen hatte in der Folge auch Sturm, Kochs Schuss zog nur knapp am langen Eck vorbei (72.). Spätestens das Finish gehörte den Hausherren. Salzburg wackelte, hatte aber in Stankovic einen sicheren Rückhalt. Der ÖFB-Teamgoalie vereitelte zwei gute Möglichkeiten von Pink und Zulj (80.), ein Kopfball Stefan Hierländers aus guter Position verfehlte das Ziel knapp (81.). Salzburgs Defensive hielt stand. Kurz vor Schluss hatte „Joker“ Hannes Wolf nach Konter noch die Chance, den Sack zuzumachen, scheiterte aber an Siebenhandl (90.).

Rapid – Mattersburg 1:0

Rapid hat am Sonntag beim Heimdebüt von Neotrainer Dietmar Kühbauer den SV Mattersburg ohne zu glänzen 1:0 (1:0) bezwungen. Das Goldtor von Knasmüllner (11.) bescherte den Wienern den zweiten Heimsieg der Saison. Dieser beförderte den zuletzt dreimal in Folge geschlagenen Rekordmeister an den Burgenländern vorbei auf Tabellenrang sieben der Fußball-Bundesliga.

Kühbauer schickte seine Truppe vor 18.200 Zuschauern mit vier Änderungen gegenüber dem 1:3 in der Europa League gegen die Glasgow Rangers diesmal in einer 4-4-2-Formation auf den Platz. Einer der Neuen in der Startelf war im Angriff Alar für den angeschlagenen Berisha.

Rapid ging gleich mit dem ersten Torschuss der Partie in Führung. Knasmüllner kam durch einen missglückten Klärungsversuch von Kerschbaumer der Gäste im Strafraum an den Ball, ließ Gruber mit einem Haken aussteigen und traf via Innenstange ins kurze Eck. Danach entwickelte sich eine ziemlich zerfahrene Partie mit etlichen Fehlern auf beiden Seiten. Erst in der 30. Minute feuerten die Hütteldorfer ihren zweiten Torschuss ab, der Versuch von Pavlovic ging allerdings weit über das Tor.

Vier Minuten später versuchte es Kapitän Schwab, sein abgefälschter Schuss wurde aber zu einer leichten Beute für Mattersburg-Goalie Kuster. Mattersburg wurde zunächst nur durch einen Freistoß von Gruber (39.), der in die Hände von Strebinger ging, gefährlich. Kurz darauf übersahen die Gäste auf der Gegenseite im Strafraum den mitgelaufenen Alar (40.). Sein Kopfball nach einer Hereingabe von Schwab verfehlte das Tor aber deutlich.

Nach der Pause waren es die Burgenländer, die durch einen von Strebinger abgewehrten Schuss von Jano (48.) die erste Chance herausspielten. Für Rapid vergab wenig später Alar (52.) eine Topmöglichkeit, sein Heber über Kuster ging aus kurzer Distanz weit drüber. Nach rund einer Stunde Spielzeit musste Strebinger bei einem Gruber-Schuss aus spitzem Winkel rettend eingreifen. Die immer mutiger werdenden Mattersburger näherten sich dem Ausgleich an, Pusic vergab aber zwei gute Gelegenheiten (68., 72.).

Für die immer müder wirkenden Rapidler probierte es Alar (70./Schuss geblockt, 80./am langen Eck vorbei) erfolglos. In der Schlussphase fanden auch ein gut angetragener Freistoß von Schwab und ein Sonnleitner-Versuch nicht den Weg ins Tor. Schlussendlich durfte sich Kühbauer - wie sieben seiner jüngsten acht Trainervorgänger - aber über ein gelungenes Meisterschaftsdebüt freuen. Gegen Mattersburg ist Rapid nun schon seit zwölf Ligapartien ungeschlagen. (APA)