Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.10.2018


Nations League

Beim ÖFB-Team grassiert das Fieber nur noch am Rasen

Auf Schalke verpasste der Tiroler Alessandro Schöpf zuletzt zwei Matches mit einer fiebrigen Erkältung. Für das Nations-League-Spiel gegen Nordirland (Freitag, 20.45 Uhr) schaltet die Ampel wieder auf Grün.

© gepaÖFB-Teamchef Franco Foda hat den Tiroler Alessandro Schöpf beim Training genau im Blick. Vielleicht darf der Ötztaler beim Nations-League-Spiel gegen Nordirland wieder ins Zentrum rücken.Foto: gepa



Von Tobias Waidhofer

Bad Waltersdorf — Die wichtigste Nachricht vorneweg: Alessandro Schöpf ist gesund. Das ist in einem von Ausfällen gebeutelten ÖFB-Team (­Alaba, Grillitsch, Gregoritsch) keine Selbstverständlichkeit. Eine fiebrige Erkältung hatte den Schalker zuletzt ans Bett gefesselt und ihn sowohl das Champions-League-Spiel in Moskau als auch die Bundesliga-Partie in Düsseldorf verpassen lassen. Freiwillig hätte Schalke-Coach Domenico Tedesco wohl nicht auf den Ötztaler verzichtet, denn der 24-Jährige stellte nach einem schwachen Start der Königsblauen eine der Triebfedern der „königsblauen Wiederauf­erstehung" dar. Beim ersten Saisonsieg — dem 1:0 gegen Mainz — war dem offensiven Mittelfeldspieler gar der Siegtreffer gelungen. „Der Druck war schon sehr groß, speziell nach der erfolgreichen letzten Saison", bestätigte Schöpf am Dienstag im Teamcamp, dass der Gegenwind in Gelsenkirchen zuletzt ziemlich frostig ausfiel.

Auf der rechten Mittelfeld-Seite hat sich Schöpf auf Schalke wieder festgespielt. Nach den Ausfällen von Grillitsch und Alaba könnte der Tiroler beim Nations-League-Spiel gegen Nordirland (Freitag, 20.45 Uhr, live ORF eins) und beim Test in Dänemark (Dienstag, 16.10., 20.45 Uhr live ORF eins) aber beim ÖFB wieder ins Zentrum rücken. Und damit dorthin, wo er sich am wohlsten fühlt. „Meine Lieblingsposition ist hinter den Spitzen, aber der Teamchef weiß, dass ich flexibel einsetzbar bin", richtete Schöpf seinem Coach Franco Foda aus.

Das weiß der Deutsche aber ohnehin. Schließlich war es auch Schöpfs Flexibilität, die dem 52-Jährigen schon als Sturm-Trainer ins Auge gestochen war. Ein (Leih-)Transfer nach Graz kam aber in Schöpfs Bayern-Zeit nicht zustande, weil sich der Tiroler damals für einen Transfer zu Nürnberg entschieden. ­Eine Anekdote, die zeigt, dass die Aktie Schöpf beim ÖFB-Teamchef durchaus hoch angeschrieben ist.

Umso verwunderlicher war es, dass der Tiroler beim Nations-League-Auftakt in Bosnien (0:1) gar nicht zum Einsatz kam — am Freitag gegen Nordirland sollte der Ex-Nürnberger aber wieder auf seine Minuten kommen. Ein Spiel, das der Ötztaler „mehr oder weniger als Pflichtsieg" einordnet. „Wenn wir so spielen wie über weite Strecken in den Testpartien, bin ich überzeugt, dass wir gewinnen können."

Der Mann, der im Sommer mit seinen Treffern gegen Deutschland und Russland viel Eigenwerbung betrieben hatte, erfüllte sich übrigens vor knapp drei Wochen einen Kindheitstraum: Dem ersten Champions-League-Einsatz gegen den FC Porto sollen noch viele weitere folgen. Jetzt geht es aber erst einmal um den Adler auf der Brust.