Letztes Update am Sa, 13.10.2018 16:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalteam

Janko konnte Nicht-Einwechslung in letzter Sekunde locker verkraften

Der Stürmer-Routinier stand bereits zur Einwechslung bereit, als Marko Arnautovic zum 1:0 für Österreich traf. Für Janko war in dem Moment klar, dass er wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen muss.

© gepaMarc Janko stand gemeinsam mit Alessandro Schöpf zur Einwechslung bereit. Der Tiroler kam ins Spiel, der Routinier musste sich wieder hinsetzen.



Wien – Marc Jankos Comeback im österreichischen Nationalteam ist am Freitag in letzter Sekunde ins Wasser gefallen. Der 35-Jährige stand im Happel-Stadion in der 71. Minute schon zur Einwechslung parat, doch dann erzielte Marko Arnautivic gegen Nordirland das 1:0, und plötzlich war wieder alles anders - der Stürmer erlebte das Finish von der Ersatzbank aus.

Dass er weiter auf sein 67. Länderspiel und 29. Tor warten muss, ließ sich für Janko angesichts des Sieges allerdings locker verschmerzen. „Als Marko das Tor gemacht, war es auch von meiner Seite völlig offensichtlich, dass ich mich wieder hinsetze, weil es keinen Sinn gemacht hätte, mich reinzuhauen“, sagte der Lugano-Profi am Samstag.

Janko: „Hätte genau so reagiert“

Erklärung von Teamchef Franco Foda habe es keine gebraucht. „Ich habe das in dem Moment genauso gesehen wie er. Wenn ich Trainer gewesen wäre, hätte ich genauso agiert. So durfte ich wenigstens im Happel-Oval noch einmal aufwärmen und habe ein paar ganz gute Sprints hingelegt“, schmunzelte Janko.

Für den Routinier war der knapp verpasste Eintausch eine gänzlich neue Erfahrung. „So etwas ist mir noch nie passiert. Es gibt immer wieder Sachen, die ich noch nicht erlebt habe, das war gestern ein neues Gefühl.“ Im Test am Dienstag gegen Dänemark könnte es allerdings mit der Einwechslung klappen - immerhin wurde die Anzahl der Kaderspieler am Samstag um drei Kicker reduziert, außerdem sind am Dienstag sechs Einwechslungen erlaubt. „Die Chancen sind nicht gesunken. Vielleicht bekomme ich meine Minuten, vielleicht auch nicht.“

Selbst wenn der nachnominierte Janko auch in Herning Zuschauer sein sollte, würde das positive Gefühl überwiegen. „Ich weiß gar nicht wohin mit all der Wertschätzung, die mir entgegenbracht worden ist, allein schon deshalb hat sich die Anreise gelohnt. Ich habe mit der fast überwältigenden Reaktion auf meine menschlichen Werte gar nicht gerechnet, das entschädigt für jede unnütze Aufwärmarbeit und gefühlte Einwechslung. Sollte ich gegen Dänemark nicht spielen, reise ich trotzdem mit einem richtig breiten Grinsen und guten Gefühl zurück nach Lugano.“

Schockmoment beim Blick aufs Geburtsdatum

Wie lange Janko noch als Notnagel für das ÖFB-Tem zur Verfügung steht, ist offen, denn ein Karriereende ist vorerst nicht in Sicht. „Ich möchte so lange Fußball spielen, so lange ich Spaß daran habe und mich körperlich gut fühle“, sagte der Goalgetter, dessen Vertrag bei Lugano im kommenden Sommer ausläuft.

In seiner Rolle als Team-Oldie fühlt sich Janko sichtlich wohl, auch wenn ein Blick auf das Geburtsdatum einiger ÖFB-Spieler für so manchen Schockmoment sorgt. „Ich habe mit Entsetzen festgestellt, dass ich 15 Jahre älter als Maximilian Wöber und 14 Jahre älter als Xaver Schlager bin. Da kommt man schon ins Überlegen, wo all die Jahre hingeflogen sind.“ (APA)