Letztes Update am So, 21.10.2018 16:38

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Austria und Sturm trennen sich 1:1, Popovic-Debüt endet mit Pleite

Neo-St.-Pölten-Coach Ranko Popovic musste sich mit seinem Team bei den Burgenländern mit 0:2 geschlagen geben. Nullnummer bei Admira gegen WAC.

Der Tiroler Sturm-Akteur Fabian Koch (l.) gegen den Austrianer Dominik Prokop.

© APADer Tiroler Sturm-Akteur Fabian Koch (l.) gegen den Austrianer Dominik Prokop.



Austria – Sturm Graz 1:1

Austria Wien und Sturm Graz haben sich in einem intensiv geführten Bundesliga-Schlagerspiel leistungsgerecht 1:1 (0:1) getrennt. Peter Zulj schoss Sturm in einer Partie mit spiegelverkehrten Hälften zu einer verdienten Pausenführung (9.). Nach dem Seitenwechsel gelang Kevin Friesenbichler der Ausgleich für die eine halbe Stunde in Überzahl spielende Austria (48.).

Die Austria liegt als Vierter auch nach der elften Runde drei Punkte vor den Steirern und baute die Ungeschlagen-Serie gegen den Vizemeister auf vier Pflichtspiele aus. Die sechstplatzierten Grazer hingegen verpassten nach dominanter Vorstellung in der ersten Hälfte erneut einen Befreiungsschlag. Die Elf von Trainer Heiko Vogel kann nach Gelb-Rot gegen Stefan Hierländer (61.) aber wohl mit dem Auswärtspunkt zufrieden sein.

Sturm, das diesmal in einem 4-1-4-1 auftrat, startete druckvoll. Ex-Austrianer Philipp Hosiner initiierte nach schönem Solo die erste Grazer Topchance, die Zulj mit einem Zentimeter-Fehlschuss abschloss (7.). In der nächsten Aktion zappelte der Ball im Tor. Otar Kiteishvili nutzte den Platz nach vorne, spielte auf Philipp Huspek und Zulj rutschte erfolgreich in dessen flache Hereingabe (9.).

Die Austria gewann in der Startviertelstunde kaum entscheidende Zweikämpfe und kam lediglich zu einer frühen Halbchance, als Friesenbichlers versuchte Kopfball-Vorlage auf Alexander Grünwald von Jörg Siebenhandl entschärft wurde (2.). Der Sturm-Goalie war auch in der 21. Minute nach Grünwalds wuchtigem Kopfball zur Stelle.

Die Gäste kontrollierten - angeführt von Herzschrittmacher Zulj - die Partie, die Austria deutete immerhin zarte Gefahr an. Nach schönem Freistoßtrick schoss Friesenbichler volley ins Außennetz (26.). Kurz vor der Pause wehrte Siebenhandl einen Schuss von Dominik Prokop zur Ecke ab (40.).

Dazwischen verzeichneten die Veilchen gegen die hochstehenden und spielfreudigen Grazer immer wieder haarsträubende Ballverluste. Kiteishvili vergab nach einem solchen die Riesenchance auf das 2:0 gegen Pentz (43.). Der Georgier übersah dabei auch den besser postierten Huspek. Drei Minuten später zwang Lukas Grozurek mit einem Kopfball den Austria-Schlussmann zur nächsten Parade.

Statt mit einer komfortablen Mehrtoreführung ging es für den Vizemeister „nur“ mit 1:0 in die Pause - das rächte sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel: Thomas Ebner, den Austria-Trainer Thomas Letsch anstelle von Risikofaktor Cristian Cuevas gebracht hatte, flankte in die Mitte, wo sich Friesenbichler im Kopfballduell gegen Dario Maresic durchsetzte (48.).

Es entwickelte sich ein an Strafraumszenen reiches Schlagerspiel, in dem die nach einer Systemumstellung auf eine Dreier-Abwehrkette agierende Austria ebenbürtig und ab der 61. Minute nach Hierländers Platzverweis in Überzahl war. Der Sturm-Kapitän hatte Friesenbichler im Laufduell mit der Hand im Gesicht getroffen.

Offensive Vehemenz zeigten die Gastgeber danach aber nicht. Austria-Kapitän Grünwald, der in der Nachspielzeit mit Verdacht auf eine Schulterverletzung ausschied, versuchte es mit einem Gewaltschuss (78.) und Freistoß (80.) erfolglos. Die Topchance zum Austria-Siegtreffer vergab Florian Klein, dessen Schuss zentral auf Siebenhandl ausfiel (85.).st

Mattersburg – St. Pölten 2:0

Der SV Mattersburg hat in einem Kampfspiel den SKN St. Pölten 2:0 (0:0) besiegt. Die Burgenländer gewannen am Sonntag in der elften Runde der Fußball-Bundesliga verdient vor eigenem Publikum und verpatzten damit das Debüt des neuen SKN-Trainers Ranko Popovic.

Andreas Gruber (74.) und Nedeljko Malic (80.) sorgten mit ihren Toren nicht nur für den dritten Mattersburger Sieg in den jüngsten vier Spielen, sondern machten ihrem Coach Klaus Schmidt auch ein perfektes Geschenk zum 51. Geburtstag. Popovic, der Nachfolger von Erfolgstrainer Dietmar Kühbauer, erlebte hingegen gleich beim Debüt die erst zweite Saisonniederlage des Tabellenzweiten.

In einer hektischen und von Passfehlern geprägten Anfangsphase schaffte es keine der beiden Mannschaften, den Ball länger zu behaupten. Mattersburg kaufte den Gästen aber mit harter Gangart die Schneid ab und war fortan die gefährlichere Mannschaft. Martin Pusic scheiterte nach Lochpass von Rene Renner (22.) und einem Kopfball (28.) am gut disponierten SKN-Tormann Christoph Riegler. Barnabas Varga köpfelte aus guter Position drüber (33.).

Die Gäste, zuvor sieben Auswärtsspiele in Folge unbesiegt, versuchten ebenfalls über Physis ins Spiel zu kommen. Der Tabellenzweite kam im ersten Abschnitt aber nur zu einem nennenswerten Abschluss über Taxiarchis Fountas, der von der Strafraumgrenze um zwei Meter verzog (41.). Die Bilanz zur Pause: Vier Gelbe Karten und 20 Fouls.

Nach dem Seitenwechsel näherten sich auch die Niederösterreicher dem gegnerischen Tor an. Robert Ljubicic wurde gerade noch von Philipp Erhardt am Abschluss gehindert (50.). Und Mattersburg-Goalie Markus Kuster musste bei einem Kopfball von Pak Kwang Ryang erstmals eingreifen (55.).

Gefährlicher blieben die Burgenländer: Pusic brachte den Ball zwar an Riegler, nicht aber an Roko Mislov vorbei (60.) und auch Varga köpfelte vorbei (66.). Besser machte es Gruber, der nach Vargas Hereingabe in den Rückraum aus zentraler Position einschoss (75.). Riegler hielt seine Mannschaft vorerst bei einer Doppelchance durch Varga und Gruber im Spiel (77.). Dann traf aber Nedeljko Malic nach Gruber-Eckball per Kopf zum 2:0-Endstand (80.). St. Pölten bleibt trotz der Niederlage Zweiter, Mattersburg schob sich u.a. an Rapid vorbei und ist neuer Siebenter.

Admira – WAC 0:0

Das Fußball-Bundesliga-Duell zwischen der Admira und dem WAC hat am Sonntag ein 0:0 gebracht. Die Nullnummer in einer zerfahrenen Partie in Maria Enzersdorf brachte keinen Club wirklich weiter - die Südstädter schlossen zwar nach Punkten zu Altach auf, bleiben aber Letzter, der WAC belegte vor dem Abendspiel zwischen Austria und Sturm Graz weiterhin Platz fünf.

Einen Sieger hatte die Partie auch nicht wirklich verdient - beide Mannschaften waren eher auf Sicherheit bedacht und riskierten wenig. Wenn es dann doch einmal den Anschein hatte, als könnte sich eine gefährliche Aktion entwickeln, passte entweder der letzte Pass oder der Abschluss nicht.

Die sich dadurch entwickelnde Langeweile wurde vorerst nur in der 41. Minute kurz unterbrochen. WAC-Stürmer Bernd Gschweidl zog nach einem Konter auf und davon, wurde zunächst kurz abgedrängt, kam dann aber doch noch in Schussposition und beförderte das Spielgerät am kurzen Eck vorbei. Wenige Sekunden später flog ein Weitschuss von Marcel Ritzmaier relativ knapp an der Stange vorbei.

Die schon vor dem Seitenwechsel harmlose Admira verzeichnete ihre einzige halbwegs nennenswerte Gelegenheit in der 50. Minute, als ein Schuss von Sinan Bakis genau in den Armen von WAC-Schlussmann Alexander Kofler landete. Die besseren Chancen in den zweiten 45 Minuten hatten die Wolfsberger - in der 78. Minute ging ein Kopfball des eingewechselten Dever Orgill nach Flanke von Sasa Jovanovic deutlich über die Querlatte, in der 83. Minute schlenzte Michael Liendl den Ball aus guter Position ebenfalls über das Tor.

So blieb es beim torlosen Unentschieden, womit die Admira saisonübergreifend schon seit acht Heimspielen auf einen Sieg wartet. Der WAC holte nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zumindest wieder einen Punkt.