Letztes Update am Di, 30.10.2018 15:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Politik fordert nach Fan-Prügelei Stadionverbote für Randalierer

Die Politik verlangt vom „Familienverein Wacker“ ein klares Zeichen. Ausgeforschte Randalierer sollen mit Stadionverboten belegt werden.

© gepaIm Stadion sorgte die Polizei für Ordnung. Eine Prügelei in der Innenstadt brachte die Wacker-Fans in Verruf.



Innsbruck – Es ist ein sensibles Thema, weil es immer auch Unbeteiligte hineinzieht. Doch gewaltbereite Wacker-Fans werfen stets ein schiefes Licht auf die gesamte Fanszene der Schwarz-Grünen. Gleichzeitig werden die Ausschreitungen vom Samstag zwischen Anhängern von Wacker und der Wiener Austria noch verharmlost: „In Innsbrucks Innenstadt hat es auch ein paar Veilchen gegeben“, heißt es etwa auf den vom Verein wohlgelittenen Fan-Plattformen. Deshalb fordert die Politik in Stadt und Land von der Wacker-Führung ein klares Zeichen. Denn nicht zum ersten Mal bringen schwarz-grüne Randalierer Wacker und damit den Tiroler Fußball in Misskredit.

Sportreferent LHStv. Josef Geisler (VP) unterstreicht zwar die positiven Aktivitäten der Vereinsführung, doch er erwartet sich vom „Familienverein Wacker Innsbruck“ auch Konsequenzen gegenüber den Prügel-Fans. „Diese haben im Stadion nichts mehr zu suchen. Das passt nicht mit dem ehrlichen Engagement gegen Gewalt und Rassismus zusammen.“ Geisler spricht sich für Stadionverbote aus.

Ähnlich argumentiert der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne): „Mir tut das alles sehr leid für den Verein, der sich vor allem in der Fanarbeit zuletzt unheimlich engagiert hat. Gegen die Prügelszenen in der Stadt ist er machtlos.“ Deswegen hofft Willi, dass die Übeltäter zur Verantwortung gezogen werden. „Stadionverbote sind natürlich nicht leicht zu verhängen, aber für die ausgeforschten Unruhestifter sollten sie gelten.“

Wacker-Präsident Gerhard Stocker wehrt sich gegen den Vorwurf, man habe nicht ausreichend Vorkehrungen getroffen: „Viel mehr Fan-Arbeit kann man nicht machen.“ Was die geforderten Stadionverbote anbelange, könne man diese lediglich beim Österreichischen Fußballbund beantragen. „Und selbst dabei haben wir Probleme mit der Anonymität.“ Der Wattener verweist auf einen konkreten Fall, als die Wiener Austria bezüglich eines gewaltbereiten Fans mit Sturm Graz in Kontakt getreten sei. Die Violetten wurden aufgrund der Datenschutzbestimmungen geklagt – und hätten verloren.

Prinzipiell, glaubt Stocker, „sind wir gut unterwegs. Aber es ist wie immer bei der Sozialarbeit: Rückschläge passieren, zu 100 Prozent lässt sich nichts garantieren.“ (TT)