Letztes Update am Mi, 31.10.2018 11:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Interview

Bochum-Torjäger Hinterseer: „Mit Foda bin ich nicht in Kontakt“

In Deutschlands zweiter Liga trifft der Kitzbüheler Lukas Hinterseer (27) regelmäßig für Bochum, im Nationalteam ist er kein Thema.

© imago sportfotodienstLukas Hinterseer netzte gegen Regensburg zwei Mal ein - zum Sieg reichte es für Bochum nicht.



Regensburgs Tormann schoss am Montag Ihrem Teamkollegen bei einem Freistoß den Ball an die Schulter, von wo er zu Ihnen kullerte. Ihr Treffer zum 2:1 passiert nicht aller Tage ...

Hinterseer: Um ehrlich zu sein – so ein Tor habe ich noch nie gesehen, auch nicht im Internet. Das war auch für mich eine Neuheit.

Und dennoch endete die Partie trotz Ihrer zwei Tore nach einem späten Regensburg-Ausgleich zum 3:3 für Ihre Bochumer unbefriedigend.

Hinterseer: Leider haben wir wieder einmal Punkte liegen gelassen (derzeit Platz 7, Anm.), aber man sieht das auch bei anderen Vereinen wie Köln oder Hamburg: Keiner tut sich leicht, das ist Zweitliga-Fußball.

Sie werden mit sieben Toren als Zweiter in der Schützenliste geführt, das weckt wohl im Winter unweigerlich Begehrlichkeiten. Haben Sie sich damit beschäftigt, dass dann vielleicht ein Erstligist Ihre Dienste in Anspruch nehmen will?

Hinterseer: Mein Vertrag läuft erst im Sommer aus, aber sicher kann es sein, dass sich im Winter jemand meldet. Ich kann die Situation genießen, zumal ich ja schon im Vorjahr inklusive Pokal 17 Tore erzielt habe und heuer mit Stand 1. November schon wieder bei sieben Toren halte.

Welche Kriterien entscheiden, ob Sie sich weiter auf eine Zukunft in Bochum einstellen oder ob ein Ortswechsel ansteht?

Hinterseer: Ich bin 27 Jahre alt, da muss man sich Gedanken machen: Welche Entwicklung nehme ich? Und welche Entwicklung will der Verein nehmen? Ich habe derzeit nichts zu verlieren, ich beobachte die Situation.

Die entscheidenden November-Spiele in der Nations League gegen Bosnien und Nordirland stehen für Österreich an. Das Ansehen, das Sie im Vereinsfußball haben, wird Ihnen im Nationalteam noch nicht entgegengebracht.

Hinterseer: Was im Nationalteam passiert, verfolge ich nur am Rand. Ich habe ja noch Kontakt zu einigen Spielern, mit dem Teamchef (Franco Foda, Anm.) allerdings keinen. Zuletzt war ich, glaube ich, auf Abruf. Das Einzige, was mich derzeit interessiert, ist der Verein.

Unweigerlich muss man Ihnen die Frage stellen, mit welchem Gefühl Sie auf Ihren FC Wacker im Aufstiegsjahr blicken.

Hinterseer: Es ist nicht immer leicht, alles mitzuerfolgen. Man braucht ja geradezu vier TV-Abos. Die Mannschaft hatte einen schweren Start gegen gute Gegner, aber ich glaube, dass Sie es (den Klassenerhalt, Anm.) packen.

Schwingt Wehmut mit, wenn Sie an Ihren Ex-Klub denken?

Hinterseer: Mich stimmt es ein wenig traurig, wenn ich das Stadion sehe. Die Jungs kämpfen, geben Gas, da hätten sie sich mehr Zuspruch von den Rängen verdient.

Das Gespräch führte Florian Madl