Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.11.2018


Bundesliga

Gegen kriselnde Grazer will der FC Wacker seine Chance nützen

Die extreme Drucksituation von Vizemeister Sturm will der FC Wacker heute ab 17 Uhr mit einem couragierten Auftritt in Graz in Punkte ummünzen.

© gepaWackers Einser-Goalie Christopher Knett meldete sich fit und wird heute gegen Sturm wohl sein Comeback im FCW-Tor feiern.Foto: gepa



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — Die Ruhe vor Sturm ist eine trügerische — trotz zuletzt fünf Punkten gegen die Spitzenklubs LASK, Salzburg und Austria sitzt der FC Wacker weiter im Schlussviertel der Tabelle fest. Gewinnt die Admira gegen Hartberg und bleibt Altach gegen Rapid ungeschlagen, droht sogar die rote Laterne. Daher stiegen die Tiroler gestern nicht ganz unbeschwert in den Bus Richtung Steiermark, zumal Daniele Gabriele, Flo Rieder, Dominik Baumgartner und Roman Kerschbaum verletzt ausfallen. „Wir sind wie in den meisten Bundesliga-Spielen Außenseiter, aber bei Weitem nicht chancenlos", sieht Karl Daxbacher trotz der 3:4-Cup-Pleite in Hartberg unter der Woche durchaus Möglichkeiten, dass der FCW-Beton in Graz hält und die Serie gegen prominente Gegner fortgesetzt wird.

Auf der Suche nach etwas Ruhe rund ums Tivolistadion käme dem Aufsteiger vor den kommenden Aufgaben ein Erfolgserlebnis in Graz gerade recht. Mit der Tabelle wollen sich Trainer und Kicker gegenwärtig noch nicht zusätzlich belasten. „Das Herumrechnen bringt ja nichts. Bis auf Salzburg ist alles eng beisammen", denkt Michael Schimpelsberger nur von Spiel zu Spiel: „Denn nach dem Grunddurchgang werden die mit der Punkteteilung ohnehin neu gemischt." Dem heutigen Duell gegen den Vizemeister blickt der Wacker-Verteidiger verhalten optimistisch entgegen: „Wir müssen Gas geben, konsequent verteidigen und gut kontern, dann ist einiges möglich. Das haben wir in den letzten Spielen bewiesen."

Wer hinter der massiven Fünfer-Abwehr im Wacker-Tor steht, entscheidet Daxbacher erst heute. Es deutet alles darauf hin, dass Christopher Knett, der sich nach einer Oberschenkelverletzung am Donnerstag fit meldete, sein Comeback feiert. Von der zweiten Mannschaft wurde Murat Satin in den Profikader befördert. Bei den Blackys ist die Lage hochexplosiv. Nur ein Sieg in den vergangenen 13 Pflichtspielen ist bei Weitem nicht das, was man sich von Sturm erwartet. Vor dem heutigen Heimspiel wurde ordentlich Klausur geredet. Seit Donnerstagmittag residierte der Tabellen-Achte in St. Ruprecht an der Raab und trainierte in Krottendorf. In der oststeirischen Abgeschiedenheit galt es, die jüngsten Tiefschläge gründlich aufzuarbeiten, um gegen den FC Wacker die Trendwende endlich einzuläuten.

Sturm-Regisseur Peter Zulj in den Griff zu bekommen, ist die halbe Miete für den FC Wacker, um heute in Graz zu punkten.Foto: gepa
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