Letztes Update am Sa, 03.11.2018 20:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

1:1 gegen Sturm! Der FC Wacker erkämpft sich in Graz einen Punkt

Der FC Wacker Innsbruck bleibt auch im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Bei Sturm steht Coach Vogel vor dem Aus.

© APADie Wacker-Kicker mühten sich gegen die Grazer Defensive, am Ende reichte es zu einem Punkt.



Graz - Der FC Wacker erkämpft sich weiter Punkt für Punkt. Die Innsbrucker eroberten mit dem 1:1 in der 13. Bundesliga-Runde auswärts bei Sturm Graz ihren zwölften Zähler und liegen vorerst auf dem zehnten Tabellenplatz. Die Schwarz-Grünen sind damit seit vier Spielen ungeschlagen.

Mit dem Remis verschärften die Tiroler die Krise beim SK Sturm. Für den Vizemeister und seinen angezählten Trainer Heiko Vogel war es das siebente Pflichtspiel in Folge ohne Sieg. Die Grazer haben aus den vergangenen 14 Pflichtspielen nur einen Sieg geholt.

"Zwei Heimspiele folgen, jetzt sind sechs Punkte Pflicht", hatte Vogel vor den Partien gegen Innsbruck und St. Pölten die Ausgangslage selbst unmissverständlich klargestellt. Es bleibt nun abzuwarten, wie die Grazer Führung rund um Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl nach dem verpassten Ziel reagieren wird.

Sturm vergibt Top-Chancen

Am Samstag scheiterte Sturm ein weiteres Mal an der eigenen Chancenverwertung. Stefan Hierländer und Co. ließen nach einer verdienten 1:0-Führung durch Fabian Koch (52.) eine Vielzahl an Top-Möglichkeiten ungenützt. Wacker Innsbruck und Torschütze Zlatko Dedic (71.) holten hingegen aus den wenigen Chancen das Maximum heraus.

Vogel hatte im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Hartberg in der Vorwoche drei Veränderungen vorgenommen: Lackner ersetzte Lovric, Hierländer rückte anstelle von Lukas Grozurek nach seiner Sperre wieder in die Mannschaft und an vorderster Front stürmte Emeka Eze.

Die Steirer boten den 7.867 Zuschauern fortan ein ambitioniertes Spiel auf ein Tor, hatten über weite Strecken über 70 Prozent Ballbesitz, agierten aber ohne Präzision und Fortune vor dem Tor. Einen Schuss von Zulj lenkte Verteidiger Matthias Maak per Flugkopfball für seinen geschlagenen Keeper an die Latte. Es war der vierte Grazer Aluminium-Treffer innerhalb einer Woche. Wenige Minuten vor der Pause zählte ein von Hierländer artistisch per Seitfallzieher vollstreckter Angriff - wohl zu Unrecht - wegen Abseits nicht (37.).

Wacker-Riegel hielt 52 Minuten

Wacker verteidigte mit neun Mann und versuchte mit langen Bällen den schnellen Cheikhou Dieng und Sturmpartner Zlatko Dedic einzusetzen. So auch in Minute 25, als Dieng einen Freistoß herausholte, der in der gefährlichsten Gästechance in Hälfte eins mündete: Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl holte den gut angetragenen Versuch von Martin Harrer aber aus dem Eck.

Nach dem Seitenwechsel erhielt Wackers Defensivtaktik den sich anzeichnenden Dämpfer. Philipp Huspek legte nach Eze-Zuspiel mit der Brust auf Koch zurück, der mit einem platzierten Flachschuss ins linke Eck traf (52.). Gäste-Trainer Karl Daxbacher löste danach die Fünferkette auf, mit Ausnahme eines Henning-Fernschusses blieben die Grazer die gefährlichere Mannschaft. Ein Zulj-Schlenzer streifte noch die Lattenoberkante (62.).

Wacker schlug aber aus der ersten Grazer Defensiv-Nachlässigkeit Kapital: Christoph Freitag hebelte per Heber die Grazer Abwehr aus, Ilkay Durmus legte quer und Dedic drückte den Ball aus Kurzdistanz über die Linie (71.).

Beide Mannschaften hatten in der Schlussphase noch Chancen auf den Sieg. Ein Zulj-Fernschuss prallte von der Innenstange zurück ins Feld, Hierländer setzte den Nachschuss im Fallen über das Tor (77.). Der Sturmkapitän vergab auch wenige Augenblicke später die nächste Großchance, Albert Vallci rettete auf der Linie (79.). Auf der Gegenseite fehlten bei zwei Abschlüssen von Henning nur Zentimeter. Sturm muss weiter auf den zweiten Saison-Heimsieg nach der ersten Runde (3:2 gegen Hartberg) warten. (APA)

Stimmen zum Spiel:

Heiko Vogel (Sturm-Trainer): "Ich bin sehr enttäuscht, vor allem wenn ich sehe, wie die Jungs arbeiten und sich nicht belohnen. Wir hatten in den letzten zwei Spielen sechs Alu-Treffer. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und auch in der zweiten alles in die Waagschale geworfen."

Zu seiner Zukunft als Sturm-Trainer: "Ich habe den schönsten Job der Welt, weiß aber um die Mechanismen."

Karl Daxbacher (Innsbruck-Trainer): "Ein sehr glücklicher Punkt für uns, der guttut. Wir haben jetzt vier Spiele gegen gute Gegner nicht verloren. In einigen Situationen hatten wir aber auch richtig Glück. Wir haben erst nach dem Rückstand mit dem Fußballspielen begonnen, freuen uns über den Punkt, wissen ihn aber auch richtig einzuordnen. Sturm hatte eine Fülle von Torchancen."