Letztes Update am Mi, 07.11.2018 10:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


2. Liga

WSG Wattens: Projekt Aufstieg in die Bundesliga nimmt Kontur an

Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft, jeweils Budgets für Aufstieg und Nicht-Aufstieg, nur die Stadionfrage muss noch geklärt werden: Das Thema Bundesliga beschäftigt die WSG Wattens.

© gepaDas ehrwürdige Gernot-Langes-Stadion – den Ansprüchen der höchsten Fußballliga genügt es nicht.



Von Florian Madl

Wattens – Wer in Österreichs zweiter Fußball-Liga kurz vor Saison-Halbzeit die Tabelle anführt und zur Sitzung ruft, diskutiert nicht über die Speisekarte der Stadionkantine. Bei der WSG Swarovski Wattens machte man sich am Montagabend Gedanken über die Umsetzung der Lizenzierungsauflagen – nur wer diese erfüllt, darf aufsteigen. Brennende Themen:

Kapitalgesellschaft: Die ausgelagerte GmbH für den Profibetrieb stellt die von der Bundesliga geforderten Weichen. Zu 100 Prozent ist diese im Eigentum der WSG Swarovski Wattens, lediglich Nachwuchs, Damen und zweite Kampfmannschaft sind im ursprünglichen Verein eingeordnet. 540 Euro Aufwandsentschädigung (abgabenfrei) – das ist in Österreichs höchster Liga nicht mehr möglich.

Budget: Für zwei Szenarien wurde vorgebaut. Sollte es nicht zum Aufstieg reichen, hält man wohl am bestehenden Etat (2,8 Mio. €) fest. Für das erhoffte Projekt Aufstieg scheinen 4,5 Millionen Euro denkbar. Förderungen sind in dieser Summe noch nicht inbegriffen, zumal der Verein heuer noch mit Zweitliga-Bezügen kalkuliert und später auf mehr Unterstützung der Kommune hofft. Wichtiger Baustein in der Summe für 2019/20: das Fernseh-Geld in Höhe von 1,7 Millionen Euro.

Trostpflaster: Die Lizenzbemühungen verschlingen Geld, der Verein tritt in Vorleistung. Im Fall eines Nicht-Aufstiegs werden die betroffenen Vereine aus einem Topf der Bundesliga mit einer Ausgleichszahlung bis 250.000 Euro bedacht. Damit wären auch die anfallenden Kosten gedeckt.

Kader: „Wir vertreten den Namen Swarovski, ein Risiko werden wir sicher nicht eingehen“, hält Finanzvorstand Hubert Vogelsberger auf Nachfrage fest. Der Kader muss für die höchste Liga auf 25 Profis aufgestockt werden, das müsse sich allerdings trotz des Ziels Klassenerhalt im Rahmen des Budgets bewegen.

Stadionfrage: Das wohl brennendste Thema, denn ein Aufstieg bedingt die Erhöhung der Stadionkapazität auf 5000 überdachte Sitzplätze sowie die Installierung einer Rasenheizung. Der sportliche Wettbewerb – BW Linz will offensichtlich nicht aufsteigen, Ried (5 Punkte zurück) dafür umso mehr – könnte die Entscheidung bis zum letzten Spieltag (1. Juni 2019) hinauszögern. Um nur sieben Wochen später in einem runderneuerten Gernot-Langes-Stadion anzutreten, fehlt bei allem Eifer die Zeit.

Alternativen: Festzustehen scheint nur: Im Aufstiegsjahr wird die WSG Wattens wohl nicht in Wattens spielen können, als Alternative bleibt, wie zuletzt von Trainer Thomas Silberberger angekündigt, das Innsbrucker Tivoli. Das Okay der Olympiaworld hätte man, aber: Weil das Bundesliga-Regulativ neben Wacker und Wacker II keine dritte Mannschaft erlaubt, müssen entweder die schwarzgrünen Fohlen ausweichen (ins ohnehin kostengünstigere Gernot-Langes-Stadion) – oder Wattens sucht außerhalb der Landesgrenzen in Salzburg und Vorarlberg eine Ausweichstätte.